Zentralisierung. Fragmentierte Strukturen prägen Zahlungsprozesse in CEE

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Zentral- und Osteuropa (CEE) gehört zu den dynamischsten, aber auch komplexesten Wirtschaftsregionen Europas. Unterschiedliche Währungen, nationale Zahlungsstandards, regulatorische Vorgaben und gewachsene Bankstrukturen prägen den Alltag vieler Unternehmen.

Aus Treasury-Sicht bleibt der CEE-Raum eine äußerst vielfältige Region in Bezug auf Währungen, Cut-off-Zeiten und regulatorische Anforderungen. „Dies macht standardisierte, zentralisierte Zahlungsprozesse anspruchsvoller, aber auch deutlich wichtiger“, sagt Susanne Prager, Leiterin Cash Management bei der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Trotz der geografischen Ausweitung des SEPA-Raums und der schrittweisen Euro-Einführung in der Region unterhalten viele Unternehmen nach wie vor mehrere Bankbeziehungen pro Land. Fragmentierte Modelle, bei denen jedes Land eine separate Kontenabstimmung erfordert, können den Betrieb erschweren. „Händler profitieren enorm von einer einheitlichen Lösung für mehrere Länder, mit der sie Daten einmal integrieren und standardisierte Berichts- und Abrechnungsdateien erhalten, die mit Systemen wie SAP oder Oracle kompatibel sind“, fügt Thomas Grabner, Head of Sales & Growth bei Raiffeisen Payment Solutions, hinzu. Integration schafft Effizienz Die RBI begegnet dieser Komplexität mit einem zentralen Ansatz. Sie bietet nahtlose Bankdienstleistungen über lokal geführte Konten auf einer zentralisierten Plattform. Mit der Cash-Management-Plattform CMIplus stellt sie eine zentrale Anlaufstelle zur Verfügung und bietet die größte Länderabdeckung in der CEE-Region.

„Lokale Zahlungsmethoden in CEE werden häufig durch nationale Vorschriften oder staatlich geförderte Initiativen geprägt, wie beispielsweise inländische Prepaid-Systeme oder lokal entwickelte Kartenprogramme, die oft sowohl die Verbrauchergewohnheiten als auch die Akzeptanz bei Händlern beeinflussen“, weiß Thomas Grabner. Diese Fragmentierung erschwert oft Skalierbarkeit und Kosteneffizienz – entscheidend in der Zahlungsakzeptanz, wo die Stückkosten mit der Größe sinken. Mit dem von Wien aus betriebenen Acquiring-Geschäft unterstützt die RBI mehr als 18 Länder mit einer einheitlichen Plattform.

„Wir haben die Möglichkeit, Händler vor Ort zu betreuen, selbst in kleineren Märkten wie Kroatien oder Slowenien. Das unterscheidet uns von vielen Wettbewerbern, denen die entsprechenden Compliance- und Risikobewertungskapazitäten dafür fehlen“, sagt Grabner. Zusätzliche Herausforderungen entstehen für Treasurer insbesondere aus der zunehmenden Komplexität grenzüberschreitender Zahlungslandschaften. „Die Kombination aus Multi-Währungs-Transaktionen und unterschiedlichen lokalen Marktpraktiken schafft zusätzliche Komplexität für Treasury-Verantwortliche bei der Abwicklung von FX-Geschäften, der Kontenabstimmung und der Liquiditätsübersicht – Bereiche, in denen eine stärkere Integration und Zentralisierung deutliche Effizienzgewinne bringen kann“, fügt Prager hinzu. Mit CMIplus bietet die RBI hierfür eine zentrale Plattform mit integriertem Cash-Management über das gesamte Netzwerk hinweg.

Parallel verändern sich die Erwartungen an Geschwindigkeit und Transparenz. „Echtzeit-Transparenz entwickelt sich rasch von einem nützlichen Zusatzfeature zu einer grundlegenden Erwartung, insbesondere für große Unternehmen, die Shared Service Center oder Payment Factories betreiben“, sagt Prager. „Für Treasury und Zahlungsfunktionen reichen traditionelle, an Cut-off-Zeiten orientierte Abläufe oder eine nur am Tagesende verfügbare Transparenz nicht mehr aus“, ergänzt sie. Besonders effizient ist dabei die nahtlose Integration zentralisierter Treasury-Services in bestehende Enterprise-Resource-Planning- und Treasury-Management-Systeme, ohne zusätzliche bankspezifische Anwendungen. Mit ihrer Mitgliedschaft in der SAP Multi-Bank Connectivity (MBC) zählt die RBI hier zu den Vorreitern im CEE-Raum. Die stärkere Verzahnung von Payment Acceptance und Treasury steht für ein neues Verständnis der Zahlungswertschöpfung. „Kunden profitieren von einer Kombination aus Zahlungsakzeptanz und traditionellen Bankdienstleistungen wie Krediten, Konten und Inkasso“, sagt Grabner. Für Unternehmen mit komplexen Zahlungs- und Treasury-Strukturen in CEE ist die RBI damit ein naheliegender Partner.