Vonovia platziert seinen ersten Kangaroo Bond

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Der Immobilienkonzern Vonovia hat in der vergangenen Woche seinen ersten Kangaroo Bond am Kapitalmarkt in „Down Under“ platziert. Vonovias dortige Debütanleihe hat ein Gesamtvolumen von 850 Millionen Australischen Dollar (rund 475 Millionen Euro) und wurde in zwei Tranchen mit Laufzeiten von sieben und zehn Jahren begeben.

Die siebenjährige Tranche in Höhe von 300 Millionen Australischen Dollar wird mit 5,266 Prozent verzinst. Die zweite Tranche im Volumen von 550 Millionen Australischen Dollar hat einen Kupon von 5,717 Prozent. Deutsche Bank, Mizuho, UBS und Westpac waren als Joint Lead Manager an der Kangaroo-Bond-Transaktion beteiligt.

„Mit unserer Debütemission in Australien gelingt uns der nächste wichtige Schritt nach Übersee. Die hohe Nachfrage unterstreicht die internationale Attraktivität von Vonovia sowie unseren hervorragenden Zugang zu Kapital“, kommentiert Philip Grosse, CFO von Vonovia, die Anleihetransaktion. Die Emission habe die weitere Diversifikation der Investorenbasis von Vonovia ermöglicht und sei das Tor zur Asien-Pazifik-Region, die für die Bochumer „hochattraktiv“ sei.

Viertes Kapitalmarktdebüt für Vonovia

Vonovia hat sich in den vergangenen zwei Jahren gezielt immer wieder neue Kapitalmärkte erschlossen, darunter Großbritannien, die Schweiz und Norwegen. Allein im ersten Halbjahr 2025 stemmte der Bochumer Immobilienkonzern drei Debüttransaktionen an unterschiedlichen internationalen Kapitalmärkten, wie Fabian Lander, Bereichsleiter Corporate Finance und Treasury bei Vonovia, im Juni gegenüber DerTreasurer erklärte.

So hatte Vonovia Anfang April erstmals den norwegischen Anleihemarkt angezapft und platzierte 1 Milliarde Norwegischen Kronen (rund 88 Millionen Euro). Es folgten zwei Debüts am heimischen Kapitalmarkt.

Zunächst platzierten die Bochumer Mitte April einen Social Bond in Höhe von 750 Millionen Euro zum ersten Mal im Format „2NC1“ („Two year non-call one“). Der zweijährige Floater ist mit einer Call-Option ausgestattet, die Vonovia jedoch erst nach Ablauf des ersten Laufzeitjahres nutzen darf. Mit der dritten Debüttransaktion wagte sich der Immobilienkonzern sodann an zwei Wandelanleihen im Volumen von jeweils 650 Millionen Euro.

An der Börse hingegen steht Vonovia derzeit unter Druck. Zinsempfindliche Branchenwerte wie Immobilien werden aktuell durch die steigenden Renditen von Staatsanleihen belastet. Am vergangenen Dienstag war Vonovia daher eines der Schlusslichter des deutschen Aktienindex. Die Aktie der Bochumer lag am Ende des Handelstages am Dienstag bei nur noch 26,13 Euro. Gestartet war sie zu Wochenbeginn noch bei 27,75 Euro.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.