Treasurer wünschen sich effizientere und schnellere Prozesse im Zahlungsverkehr. Virtuelle Konten sind ein mögliches Instrument, um den Zahlungsverkehr zu zentralisieren und die Komplexität zu reduzieren.
Bei solchen Konten handelt es sich um reine Buchungskonten, die nicht wirklich existieren. Das bedeutet: sie dienen lediglich zur Meldung und zum Nachverfolgen von Transaktionen, Geld liegt auf ihnen tatsächlich nicht. Virtuellen Konten, die in der Regel als Konten für Tochtergesellschaften oder einzelnen Lieferanten bzw. Kunden eingerichtet werden, wird eine virtuelle IBAN (VIBAN) zugewiesen. Sie werden mit dem physischen Masterkonto der Hauptgesellschaft verknüpft.
Durch die VIBAN können die externen Zahlungseingänge und -ausgänge, die über virtuelle Konten abgewickelt werden, anschließend in der Buchhaltung eindeutig den Konzerngesellschaften oder den Lieferanten bzw. Kunden zugeordnet und auf internen Systemen erfasst werden. Auf einem virtuellen Konto können sowohl untertägige als auch Tagesendkontoauszüge in branchenüblichen Formaten erstellt werden.
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Business Perspectives
Marktakteure verfügen über ein einzigartiges Fachwissen. Mit Business Perspectives geben wir Marktteilnehmern Raum, ihre Expertise und ihre Sicht auf wichtige Themen einem breiteren Fachpublikum zugänglich zu machen. Hier gibt die HSBC Einschätzungen rund um das Themenfeld Treasury Transformation.
Wie die Zukunft im Treasury aussehen kann und welche Hürden auf dem Weg zu meistern sind, erfahren Sie hier.
Das sind die Vorteile von virtuellen Konten
Virtuelle Konten bieten mehrere Vorteile. Sie sorgen für mehr Transparenz im Zahlungsverkehr, denn die Gelder befinden sich nur noch auf dem Haupt- bzw. Masterkonto.
Mit anderen Worten: Corporates zentralisieren und konsolidieren die Kontoverwaltung und fördern die zentrale Liquiditätskonzentration. So können Unternehmen auch das Cash leichter dort einsetzen, wo es gerade benötigt wird. Außerdem reduziert sich so das Liquiditätsrisiko, da das Geld zentral an einem Ort „liegt“. Liquiditätsprognosen werden durch die erhöhte Transparenz zudem erleichtert.
Des Weiteren erhöht sich durch das Aufsetzen einer virtuellen Kontenlösung die Prozessgeschwindigkeit in der Administration des Zahlungsverkehrs: Treasurer können über diesen Weg Zahlungen schneller zuordnen und verbuchen. Ebenso erhalten sie einen besseren Überblick über Zahlungen und Forderungen der verschiedenen Geschäftsbereiche in ihrem Unternehmen. Auch wird das Bankkontenmanagement vereinfacht, da Banken in der Regel ein Self-Service-Tool anbieten, über das Treasurer die Konten verwalten können.
Virtuelle Konten: Ein Praxisbeispiel
Soweit die Theorie: Ein Praxisbeispiel zeigt, wie Treasurer diese Kontoart besonders sinnvoll einsetzen können. Für das Treasury eines schnell wachsenden Anbieters von digitalen Geschenkgutscheinen war die manuelle Zuordnung von Zahlungen sehr zeitaufwändig und ineffizient.
Deshalb entschied sich das Unternehmen für eine virtuelle Kontenstruktur. Zusätzlich verknüpfte das Treasury-Team ihr eigenes TMS über eine API (Application Porgramming Interface) mit der Bank, so dass die eigenen Systeme direkt mit dem Masterkonto und allen virtuellen Konten verbunden sind. Somit hat das Treasury alle Daten in Echtzeit zur Verfügung.
Durch die Kombination der virtuellen Konten mit der API-Schnittstelle hat der Gutscheinanbieter einen schnelleren und genaueren Abgleich seiner Zahlungsströme erreicht und konnte so Ressourcen für andere Aktivitäten freisetzen.
In dem Fall konnte das Unternehmen die Einführung von virtuellen Konten zudem bestmöglich mit Instant Payments verknüpfen. Virtuelle Konten erleichtern die Identifikation der Zahlenden. Durch die Echtzeittransparenz kann das Unternehmen den Kunden einen Sofortkauf anbieten, sobald das Geld auf dem Konto ist.
Globale Innovation mit HSBC als Partner
HSBC Deutschland ist Teil der HSBC-Gruppe, einem der größten Finanzdienstleister der Welt. Unser Netzwerk umfasst rund 60 Länder und Territorien und unsere globalen Geschäftsbereiche betreuen weltweit mehr als 39 Millionen Kunden. Vertrauensvolle und strategisch ausgerichtete Kundenbeziehungen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns.
Da sich Veränderungen global immer schneller vollziehen, unterstützen wir Sie dabei, Ihren Wettbewerbsvorteil langfristig zu erhalten und Ihre Geschäftsmöglichkeiten in Entwicklungs- und Industrieländern gleichermaßen zu nutzen. Mit einem starken Fokus auf digitaler Innovation unterstützen wir Sie bei der Finanzierung Ihrer globalen Wachstumsstrategie, der optimalen Steuerung Ihres Working Capitals und Ihrem individuellen Cash- und Liquidity Management.
Virtuelle Konten: Worauf es vorab ankommt
Vor der Einführung virtueller Konten müssen Treasurer sich mit den rechtlichen, buchhalterischen und steuerlichen Verpflichtungen, die sich aus der Verwendung einer virtuellen Kontenstruktur ergeben können, beschäftigen. Noch ist diese Kontoform im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr teilweise eine Herausforderung. In einigen Ländern ist es beispielsweise vorgeschrieben, dass aus steuerlichen Gründen mindestens ein physisches Konto existieren muss.
Obwohl es virtuelle Konten schon länger gibt, steigt das Interesse von Corporates durch den stärkeren Fokus auf Digitalisierungsthemen erst jetzt stetig an. Immer mehr Banken bieten die Kontoform an und die Implementierung wird einfacher. Unternehmen aus verschiedenen Branchen ziehen die Lösung für ihr Cash Management in Betracht zum Ziele der Effizienzsteigerung, der Automatisierung sowie der Zentralisierung und Transparenz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.
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