Das sind die Gamechanger im Treasury

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken

Deutsche Treasury-Abteilungen bewegen sich derzeit durch Inflation, Zinswende und volatile Märkte in einem besonders komplexen Umfeld. Um mit den aktuellen Herausforderungen umgehen zu können, ist eine gute, vorausschauende Planung im Treasury gefragter denn je. Egal ob es um globale Entwicklungen oder neue Technologien geht: Unternehmen, die wichtige Trends früh erkennen und sich darauf einstellen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch wie bereiten sich Treasurer auf neue Entwicklungen vor? Wie groß ist die Gefahr, Trends zu verpassen? Wo könnte es die größten Veränderungen geben?

Diese Fragen beantwortet eine Umfrage, die DerTreasurer gemeinsam mit F.A.Z. Business Media | research und HSBC im Sommer 2022 unter 150 Treasury-Experten durchgeführt hat. Eine wichtige Erkenntnis: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Treasury-Experten rechnen damit, dass sich vor allem das Cash Management in den kommenden Jahren durch digitale Innovationen verändern wird.

„Das Cash Management soll vor allem noch schneller werden und damit noch wertvoller für die Unternehmenssteuerung. Dafür werden Echtzeitzahlungen und Realtime-Verarbeitung mittels APIs im Mittelpunkt stehen sowie ein besseres Reporting über Salden und Transaktionen auf verschiedenen Konten, am besten auch in Realtime“, sagt Thomas Lange, Director Global Payment Solutions bei HSBC Deutschland. „Die Digitalisierung bringt außerdem ein Infragestellen bestehender Prozesse mit sich. Grundsätzlich wird nach der Sinnhaftigkeit gefragt und ob im Rahmen der Digitalisierung nicht gleich die gesamte Kette an Prozessen und Systemen überdacht werden sollte“, ergänzt Oliver Buss, Associate Director und Senior Sales Manager Global Payment Solutions bei HSBC Deutschland.

APIs stehen ganz oben auf der Treasury-Agenda

Vor allem von offenen Programmierschnittstellen (APIs) erwarten die Treasurer in den kommenden Jahren einschneidende Innovationen. So gaben rund 60 Prozent an, dass sie APIs künftig besonders im Blick behalten wollten. Über die Schnittstellen zwischen Kunden und Banken wird schon länger diskutiert. Treasurer sehen in ihnen einen Treiber für neue Services im Zahlungsverkehr und im Cash Management, zum Beispiel bei Echtzeitzahlungen. Durch APIs können Treasurer auch die Prozessketten über das eigene Unternehmen hinaus automatisieren.

Allerdings sind viele Corporates derzeit noch nicht „API ready“. Auch Lange von HSBC sieht noch Hürden: „Bei APIs liegt der Teufel im Detail. Auch wenn Banken bereits API-fähig sind, heißt das nicht, dass die Systemanbieter des Kunden auch bereits API-Zahlungen und -Reports verarbeiten können. Ebenso muss das Treasury auch in der Lage sein, die meist mit APIs verbundene Echtzeitbearbeitung zu stemmen. Im Prinzip stehen wir noch ziemlich am Anfang, und entsprechende Prozesse müssen sich erst noch etablieren.“

Info

Die gesamte Studie können Sie hier nachlesen. 

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.