Bayer hat den Kapitalmarkt mit milliardenschweren Anleihen geflutet.

Bayer

02.07.18
Finanzen & Bilanzen

Bayer schließt Finanzierung von Monsanto-Kauf mit Bonds ab

Bayer hat Anleihen im zweistelliger Milliardenhöhe begeben und schließt damit die Ausfinanzierung der Monsanto-Übernahme ab.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat die Finanzierung der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto abgeschlossen und dafür Anleihen in zweistelliger Milliardenhöhe platziert. Am Dienstag vergangener Woche emittierte der Dax-Konzern über seine US-amerikanische Tochtergesellschaft Bayer U.S. Finance Anleihen in acht Tranchen über insgesamt 15 Milliarden US-Dollar (rund 13 Mrd. Euro zum aktuellen Kurs). Die Emission war Unternehmensangaben zufolge rund dreifach überzeichnet.

Am selben Tag begab Bayer über seine niederländische Tochter Bayer Capital Corporation weitere Anleihen über 5 Milliarden Euro, die wie auch die US-Emission von der Bayer AG garantiert sind. Diese Emission besteht aus vier Tranchen und war dem Unternehmen zufolge mehr als vierfach überzeichnet. „Mit dieser Transaktion haben wir die Ausfinanzierung der Übernahme von Monsanto erfolgreich abgeschlossen“, sagte der seit Anfang Juni amtierende Bayer-Finanzvorstand Wolfgang Nickl.

Mit dem Emissionserlös will der Dax-Konzern Teile des syndizierten Kredits zur Zwischenfinanzierung der Monsanto-Übernahme ablösen. Die Leverkusener hatten im Herbst 2016 angekündigt, den US-Saatgutkonzern für insgesamt bis zu 66 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden übernehmen zu wollen. Seitdem hat Monsanto Schulden abgebaut, so dass das Dealvolumen sich etwas reduziert hat.

Bayer hat Kapitalerhöhung ebenfalls abgeschlossen

Auch die kurz vor dem Abschluss des Monsanto-Deals am 7. Juni auf den Weg gebrachte Kapitalerhöhung über 6 Milliarden Euro ist nun abgeschlossen. Bayer hatte 74,6 Millionen Aktien zu 81 Euro je Aktie angeboten. Die Aktionäre haben 98,3 Prozent der Bezugsrechte für neue Aktien ausgeübt, sagte ein Firmensprecher.

Für die Transaktion hatte Nickls Vorgänger, der damalige Bayer-CFO Johannes Dietsch, Ende 2016 eine 57 Milliarden Dollar schwere Brückenfinanzierung vereinbart, „die größte Transaktionsfinanzierung in Deutschland und die drittgrößte weltweit“, wie Dietsch kürzlich gegenüber der DerTreasurer-Schwesterpublikation FINANCE erklärte. Ihm war dabei wichtig, genügend Eigenkapital vorzuhalten, um Bayers Investmentgrade-Rating zu halten.

Das ist den Leverkusenern gelungen: S&P sieht Bayer bei BBB, Ausblick stabil. Bei Moody's steht der Konzern mit Baa1 ein Notch besser da, der Ausblick ist aber negativ. Fitch verleiht dem Agrarchemiekonzern mit A- (Ausblick stabil) sogar eine noch bessere Bonität.

Paulus[at]derTreasurer.de

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