BMW Group

21.06.21
Finanzen & Bilanzen

BMW gelingt Durchbruch am chinesischen Anleihemarkt

China öffnet seinen Anleihemarkt und BMW fährt vorweg: Der Autobauer konnte mit seinem aktuellen Panda-Bond deutlich mehr Investoren erreichen als bisher. Für das Finanzteam ist das ein wichtiger Schritt.

Der Autobauer BMW feiert eine Premiere am chinesischen Anleihemarkt: Die Münchener haben als erster Corporate-Emittent überhaupt einen öffentlich syndizierten Panda-Bond begeben. Teil der Emission war eine dreijährige Tranche in Höhe von 2 Milliarden Renminbi, die fix mit 3,44 Prozent verzinst wird. Hinzu kommt eine einjährige Tranche über 1,5 Milliarden Renminbi mit einem Kupon in Höhe von 3,03 Prozent.

Umgerechnet hat BMW damit insgesamt etwa 450 Millionen Euro eingesammelt. Der Kreditrisikoaufschlag wurde durchschnittlich mit 1,5 Basispunkten festgesetzt. Das ist der niedrigste Wert, den der Autobauer bislang im chinesischen Kapitalmarkt erzielt hat, wie das Unternehmen gegenüber DerTreasurer erklärte.

BMW kann mit der Anleihe mehr Investoren erreichen

Das Besondere an der Transaktion sind aber weniger die Konditionen, als vielmehr die Signalwirkung, die von der Finanzierung ausgeht: Erstmals konnten Investoren – inländische wie ausländische – in Panda-Bonds investieren, ohne sich vorher bei der chinesischen Regulierungsbehörde registrieren zu müssen. Die Zeichnung stand allen qualifizierten institutionellen Investoren offen, die über einen Zugang zum sogenannten Bond-Connect-System verfügten.

Die Folge: Es beteiligten sich deutlich mehr Investoren an der Neuemission als bei früheren Panda-Bonds, wie HSBC mitteilte. Zudem sei erstmals etwa die Hälfte der Order von Investoren außerhalb des chinesischen Festlandes gekommen. HSBC gehörte mit der Bank of China und ICBC zu den Lead/Joint Lead Underwritern. Weitere Mitglieder des Bankensyndikats waren die China Construction Bank, CITIC Securities, Deutsche Bank, MUFG und Standard Chartered.

Panda-Bond zahlt in die Finanzierungsstrategie ein

Für den Autobauer, der sich überwiegend über Kapitalmärkte und weniger über Banken finanziert, ist die Transaktion der nächste Schritt, den wichtiger werdenden chinesischen Anleihemarkt zu erschließen: 2019 hatte BMW erstmals einen Panda-Bond aufgelegt, bei dem es dem Dax-Konzern gelang, seinen globalen Kapitalmarktauftritt durchzusetzen. Konkret bedeutet das: Wie in anderen Regionen auch trat die holländische Finanzierungsgesellschaft als Emittentin auf, die BMW AG in München als Garantin. Die damalige Transaktion erfolgte allerdings als Privatplatzierung.

„Bislang sind vor allem Banken als Investoren aktiv, nun wollen wir auch Versicherer und andere institutionelle Investoren erschließen“, hatte Fredrik Altmann, Leiter Konzernfinanzierung von BMW kürzlich im Interview mit DerTreasurer angekündigt. Die aktuelle Transaktion ist dabei ein wichtiger Schritt – und zahlt damit in die BMW-Finanzierungsstrategie ein, sich unabhängig von einzelnen Finanzierungspartnern, Märkten und Instrumenten zu finanzieren.

Buchholz[at]derTreasurer.de