Konzertveranstalter DEAG mit Nordic-Bond-Premiere

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Zum ersten Mal seit ihrem Delisting 2021 hat die DEAG Deutsche Entertainment AG wieder den Kapitalmarkt in Anspruch genommen. Der Berliner Konzertveranstalter platzierte Ende Juni die zweite Unternehmensanleihe seiner jüngeren Unternehmensgeschichte.

Erstmals entschied sich die DEAG dabei für das Format „Nordic Bond“. Das 50 Millionen Euro schwere Papier mit dreijähriger Laufzeit wurde zunächst im Open Market der Börse Frankfurt gelistet. Innerhalb der nächsten sechs Monate folge das Listing am unregulierten Markt der Osloer Börse, erklärt DEAG-CFO Roman Velke gegenüber DerTreasurer.

Neue DEAG-Anleihe zur Erweiterung der Investorenbasis

Ziel der Konstruktion als Nordic Bond sei nicht zuletzt gewesen, die potentielle Investorenbasis zu erweitern. „Der Erfolg hat uns Recht gegeben, die Nachfrage war sehr hoch und die Anleihe ganz deutlich überzeichnet“, so Velke über die Privatplatzierung bei institutionellen Investoren, die mit einem öffentlichen Angebot an deutsche und luxemburgische Privatinvestoren sowie mit einem Umtauschangebot für die erste DEAG-Anleihe aus dem Jahr 2018 verbunden wurde. Über die Hälfte der Nachfrage nach der neuen Anleihe sei letztlich von außerhalb der DACH-Region gekommen.

Als Vorteil erachtet die DEAG zudem den bei Nordic Bonds obligatorischen Treuhänder, der eine Reihe administrativer und zugleich vertrauensbildender Aufgaben übernehme. Hierzu gehöre etwa das Monitoring oder Verfahren für Änderungsanträge der Anleihebedingungen. Für die DEAG fungiert dabei Marktführer Nordic Trustee als Anleihetreuhänder.

DEAG setzt auf spezielle Zeichnungsfunktion der Deutschen Börse

Eine weitere Besonderheit der Transaktion: Um möglichst vielen deutschen und luxemburgischen Privatinvestoren die Zeichnung der Anleihe zu ermöglichen, setzte DEAG bei den Orders auf die Zeichnungsfunktionalität „Direct Place“ der Deutschen Börse: „Dies ist im deutschen Markt die relevanteste Methode, und wir haben auch bei Privatinvestoren eine entsprechend sehr rege Nachfrage gesehen“, berichtet der CFO.

Mit dem Kupon in Höhe von 8 Prozent könne der Konzertveranstalter dabei gut leben: „Wir kommen von einer ersten Anleihe mit einem Kupon von ursprünglich 6 Prozent, die 2018 in einem Umfeld mit negativen Zinsen begeben wurde“, betont Velke. Angesichts eines heute signifikant höheren Zinsniveaus sehe das Unternehmen die moderate Steigerung des Kupons als Anerkennung für die zuletzt positive Geschäftsentwicklung. „Entscheidend ist ja für uns auch, welche Rendite wir bei der Verwendung des Kapitals für die DEAG erzielen können, und da dürften wir merklich über 8 Prozent liegen“, sagt Velke.

Was die DEAG mit dem Anleiheerlös konkret plant und welche sonstigen Themen die Velkes Finanzabteilung derzeit umtreiben, lesen Sie im E-Magazin Ausgabe 14/2023 von DerTreasurer.

hafner[at]dertreasurer.de

Philipp Hafner ist Redakteur bei DerTreasurer und FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Zuvor arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.