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13.12.22
Finanzen & Bilanzen

Leonis Refinanzierung auf der Kippe

Rückschlag für Leoni: Der geplante Verkauf der Unternehmenseinheit BGAM ist geplatzt. Deshalb müssen die Konsortialbanken die Kreditlinien über das Jahresende hinaus verlängern.

Das Refinanzierungskonzept von Leoni ist in Gefahr. Der geplante Verkauf der Unternehmenseinheit Business Group Automotive Cable Solutions (BGAM) kommt nicht zustande. Grund ist, dass der designierte Käufer, der thailändische Finanzinvestor Stark Corporation Public Company, die Kaufvereinbarung nicht erfüllen will. 

Stark habe heute unerwartet sehr weitreichende Änderungen des Kaufvertrags verlangt, heißt es vom Nürnberger Autozulieferer. Trotz großer Kompromissbereitschaft seitens Leoni habe Stark eine Einigung abgelehnt und werde deshalb das Closing nicht vollziehen. Da keine vertragliche Grundlage für die Verweigerung bestehe, verhalte sich Stark nach Ansicht von Leoni vertragsbrüchig. Leoni werde deshalb alle rechtlichen Maßnahmen zur Durchsetzung seiner Rechte gegenüber Stark ergreifen.

Der geplatzte Verkauf könnte Leoni erhebliche Probleme bereiten, da er ein wesentlicher Teil des Refinanzierungskonzepts des angeschlagenen Autozulieferers war. Der Verkauf von BGAM sollte einen Nettoerlös von 442 Millionen Euro in die Kassen spülen. Mit diesem Geld sollten Schulden zurückgeführt werden. Durch den gescheiterten Verkauf kann die Restrukturierung zunächst nicht umgesetzt werden und Leoni muss nach einer neuen Lösung suchen.

Die Konsortialbanken von Leoni verlängern die Kreditlinien über das Jahresende hinaus. „Leoni wird mit den Konsortialbanken Gespräche über geeignete Anpassungen des Refinanzierungskonzepts aufnehmen“, heißt es in der Mitteilung der Nürnberger. Mehr zu dem geplatzten Deal lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.