RWE hat gerade seine 10 Milliarden Euro schwere Revolving Credit Facility (RCF) refinanziert, wie DerTreasurer erfahren hat. Der Kredit ist in zwei Tranchen von jeweils 5 Milliarden Euro aufgeteilt, mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren. Unicredit und Commerzbank waren bei der Transaktion als koordinierende Banken dabei. Freshfields hat RWE bei der Transaktion rechtlich beraten.
Das RWE-Treasury nennt keine Details zum Pricing, zeigt sich aber zufrieden. Die Konditionen seien gut. Im Vergleich zum vorherigen RCF habe eine Verbesserung erreicht werden können. „Diese Transaktion spiegelt die Stärke unseres nachhaltigen Geschäftsmodells und das Vertrauen unserer Partner wider“, kommentiert Treasury-Chefin Gabriele Tennagels die Refinanzierung gegenüber DerTreasurer. Die erfolgreiche Syndizierung unterstreiche das starke Commitment der Core-Banken trotz einer herausfordernden Marktlage.
Der Energiekonzern hat auch bei dieser Transaktion wieder auf einen Sustainability Link gesetzt. Die Unicredit war dabei als ESG Advisor engagiert. RWE hat 2021 erstmals eine Koppelung der Marge an Nachhaltigkeitskennzahlen in den RCF eingezogen und bleibt damit seiner bisherigen Linie treu. Die Ziele in der Finanzierung wurden bei der Refinanzierung neu gesetzt.
Erste RWE-Transaktion für Anna Engelhardt
Die milliardenschwere RCF-Refinanzierung ist die erste große Transaktion unter Beteiligung von Anna Engelhardt. Die ehemalige Unicredit-Bankerin leitet seit Jahresbeginn den neugeschaffenen Bereich „Group Finance“ innerhalb des Finance and Credit Risk Teams von Gabriele Tennagels. Engelhardt kümmert sich in dieser Position um die internen und externen Finanzierungsaktivitäten des Konzerns.
Weitere Finanzierungstransaktionen des RWE-Teams sind absehbar, schließlich plant der Konzern, bis 2030 rund 35 Milliarden Euro netto zu investieren. Das ist etwas weniger als ursprünglich gedacht. Das Unternehmen hatte im März angekündigt, rund 10 Milliarden Euro weniger als bisher geplant zu investieren.
Grund dafür sind regulatorische Unsicherheiten, Engpässe in der Lieferkette, geopolitische Risiken und höhere Zinsen. Unter anderem in den USA hat sich das Umfeld für Investitionen in Offshore-Windprojekte unter US-Präsident Donald Trump stark verändert.
Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.

