Die SHS – Stahl-Holding-Saar Gruppe (SHS Gruppe) hat die Finanzierung ihres Dekarbonisierungsprojekts „Power4Steel“ abgeschlossen. Das Volumen beläuft sich auf rund 1,7 Milliarden Euro. Damit sei die Finanzierung über die gesamte Laufzeit des Investitionsprojekts gesichert, heißt es in einer Pressemitteilung der SHS Gruppe.
Im Rahmen von „Power4Steel“ sollen an den SHS-Standorten Dillingen und Völklingen neue Direktreduktionsanlagen und zwei Elektrolichtbogenöfen errichtet werden. Diese sollen die bisherigen Hochöfen und Konverter ersetzen. Durch die dann wasserstoffbasierte Stahlherstellung plant die SHS Gruppe, die CO₂-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren. Bis 2045 will die Gruppe eine vollständig klimaneutrale Stahlproduktion aufbauen.
Bunter Finanzierungsmix bei SHS Group
Das nun abgeschlossene Finanzierungspaket umfasst unter anderem Exportkreditfazilitäten, die durch die Exportkreditagenturen Österreichische Kontrollbank und Sace aus Italien abgesichert werden, und weitere syndizierte Kreditlinien.
Ergänzt wird die Finanzierung durch Eigenmittel sowie direkte Fördermittel der Bundesregierung und des Saarlandes aus dem Programm zur Transformation der saarländischen Stahlindustrie. Weitere Informationen zu den Volumina und Laufzeiten der verschiedenen Finanzierungsanteile wollte der Konzern auf Nachfrage von DerTreasurer nicht zur Verfügung stellen.
Der erfolgreiche Abschluss der Finanzierung sei ein entscheidender Fortschritt für das Projekt und seinen planmäßigen Verlauf, wird Markus Lauer, Geschäftsführer von SHS und Vorstand für Finanzen und Einkauf der zwei SHS-Beteiligungen Dillinger und Saarstahl in der Pressemitteilung zitiert. „Er steht zugleich für den Schulterschluss von Industrie, Finanzwirtschaft und Politik – und damit für die gemeinsame Verantwortung, die Transformation hin zu klimaneutraler Stahlproduktion voranzutreiben“, so Lauer weiter.
Das Bankenkonsortium für die Transaktion bestand aus ING, Unicredit, BNP Paribas, Crédit Agricole, Deutsche Bank, DZ Bank und Natixis. Lazard begleitete die SHS Gruppe als Finanzierungsberater, Hogan Lovells als Rechtsberater. Die Kanzlei Freshfields beriet die Banken im Rahmen der Transaktion.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.

