Der Treasurer von ABB soll 100 Millionen Dollar abgezapft haben. Interpol fahndet, doch der Manager ist bislang unauffindbar.

ABB

23.02.17
Risiko Management

ABB-Treasurer soll 100 Millionen Dollar veruntreut haben

Der Schweizer Technologiekonzern ABB sucht nach dem Treasurer seiner südkoreanischen Tochter. Der Grund: Der Manager soll 100 Millionen Dollar unterschlagen haben.

Der Schweizer Technologiekonzern ABB fahndet nach dem Treasurer der südkoreanischen Tochter. Der Mann wird verdächtigt, Gelder im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar veruntreut zu haben, schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung.

Dazu soll der verdächtigte Treasurer laut ABB Unterlagen gefälscht und mit Dritten zusammengearbeitet haben. Seit dem 7. Februar ist der Manager nun offenbar verschwunden. Daraufhin habe ABB „erhebliche finanzielle Unstimmigkeiten in Südkorea“ festgestellt und eine Untersuchung eingeleitet. Die Schweizer arbeiten jetzt mit unabhängigen kriminaltechnischen und juristischen Experten zusammen, um den Fall aufzuklären. Dazu gehört auch die internationale Kriminalpolizei Interpol.

Treasurer von ABB schlägt in Südkorea zu

Der vom Treasurer verursachte Schaden wirkt sich massiv auf den Geschäftsbericht für das Jahr 2016 und die bereits verkündeten ungeprüften Ergebniszahlen von ABB aus. Die Schweizer haben laut Mitteilung bereits „schadensmindernde Maßnahmen“ eingeleitet und versucht, die veruntreuten Gelder zurückzuholen sowie Rechts- und Versicherungsansprüche anzumelden. Der finanzielle Schaden dürfte trotzdem hoch sein.

Dadurch, dass der Treasurer schon zwei Wochen verschwunden ist, dürfte das Geld schon auf viele unterschiedliche Konten verteilt sein. Eine Rückholaktion der 100 Millionen Dollar gestaltet sich entsprechend schwierig.

Die Veruntreuung betrifft ABB zufolge ausschließlich die südkoreanischen Konten. Den Zeitplan für die Veröffentlichung des endgültigen Jahresabschlusses können die Schweizer dennoch nicht einhalten. Als neuen Termin peilt ABB nun den 16. März an.

Warum der Skandal um den ABB-Treasurer den Konzern besonders hart trifft, können Sie im vollständigen Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE nachlesen.

Redaktion[at]derTreasurer.de