Die Nachrichtenlage ist besorgniserregend: Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine schossen zuerst die Energiepreise in die Höhe, im September wurden dann die beiden wichtigen Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 offenbar Ziel eines Angriffs. In Norddeutschland standen außerdem Züge stundenlang still, weil Kabel durchtrennt wurden. Beweise, dass der Kreml in die Sabotage involviert war, gibt es nicht. Der Verdacht steht aber im Raum.
Unternehmen und ihre Treasurer sollten die Gefahr ernst nehmen, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu schweren Zwischenfällen kommen könnte. Experten warnen vor einem sogenannten Blackout, einem unkontrollierten großflächigen Zusammenbruch des Stromnetzes. Einige Treasurer bereiten sich auf ein solches Szenario bereits vor, wie DerTreasurer erfahren hat. „Ich bin in den vergangenen Wochen auf unsere Hausbanken zugegangen, die für uns den Zahlungsverkehr und die Gehaltsläufe abwickeln“, erzählt ein Interims-Treasurer, der derzeit in der Wasserstoffbranche aktiv ist.
Treasurer sollten auf Hausbanken zugehen
Besonders ein Stromausfall am Ende des Monats, wenn die Gehälter fällig werden, wäre problematisch. „Wir haben mit den Banken durchgesprochen, was wir bei einem regionalen Blackout machen können. Das ist ein Szenario, wo in der ganzen Stadt oder im Bundesland der Strom ausfällt.“ Das Ergebnis: „Unsere Banken sind in ganz Deutschland aktiv und könnten auf Rechenzentren und Niederlassungen außerhalb des Bundeslandes zurückgreifen.“
Für Treasurer empfiehlt es sich daher, die Kernbanken anzusprechen und zu schauen, dass man die wichtigsten Aufgaben der Abteilung auch ohne Strom durchführen kann. „Wichtige Zahlungen können wir auch per Hand oder telefonisch durchführen“, sagt der Treasurer. Notfalls könne auch ein Bote zu einer Niederlassung der Bank außerhalb des Bundeslands fahren, um dort papierhafte Überweisungen ausführen zu lassen.
Wie ein weiterer Treasurer auf die Lage reagiert und wie ein Experte die Gefahr einschätzt, erfahren Sie im vollständigen Artikel im E-Magazin 20/2022 von DerTreasurer.
Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.

