Treasury weniger im Ausnahmezustand

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Bei den Treasurern ist wieder etwas Normalität eingekehrt. Während das Treasurer-Panel aus dem vergangenen Herbst verdeutlichte, dass die Treasury-Abteilungen angesichts von Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflation in den Krisenmodus geschaltet hatten, hat sich die Lage nun wieder etwas entspannt. Das zeigt das aktuelle Treasurer-Panel, an dem rund 55Treasury-Chefinnen und -Chefs aus der DACH-Region teilgenommen haben.

Jetzt rücken wieder verstärkt Digitalisierungsthemen in den Fokus: So haben die Panel-Teilnehmer die Treasury-IT bei der Frage, in welchem Bereich die Treasurer derzeit die größten Herausforderungen sehen, am häufigsten genannt (48 Prozent). Im Herbst 2022 lag der Anteil bei 40 Prozent und die Treasury-IT rangierte nur auf Platz 4 der größten Herausforderungen.

Weiterhin wichtig bleibt das Risikomanagement, das die Befragten mit 46 Prozent am zweithäufigsten genannt haben. Im Herbst 2022 lag dieses Thema mit 50 Prozent noch auf Platz 1 angesichts der krisenhaften Lage. An dritter Stelle rangiert diesmal das Thema Liquiditätssteuerung und Cash Management mit 44 Prozent, dieser Bereich stand vor einem Jahr noch auf Platz 2 (47 Prozent).

Kapitalmarkt nicht mehr so herausfordernd

Etwas entspannter blicken die Experten inzwischen offenbar auf das Thema Finanzierung – es rutschte von Platz 3 (43 Prozent) auf Platz 4 (39 Prozent). Auch das Thema Asset-und Pensionsmanagement scheint nach den Zinsanhebungen der vergangenen Monate etwas einfacher geworden zu sein – diesen Bereich bezeichnen 15 Prozent als Herausforderung, im Vorjahr waren es noch 26 Prozent.

Wesentlich besser hat sich der Kapitalmarkt entwickelt. Im vergangenen Jahr nannten 39 Prozent den Kapitalmarkt als Herausforderung, nun ist dieser Anteil nur noch ein Drittel so hoch: Gerade einmal noch 13 Prozent sehen das so.

Höhere Zinsen treffen Unternehmen

Auch wenn die Kapitalmärkte wieder besser laufen als anno 2022, müssen die Unternehmen durch das gestiegene Zinsniveau teurere Finanzierungsbedingungen hinnehmen. Das gilt auch für nicht-kapitalmarktorientierte Instrumente wie Kredite. Im Vergleich zum Herbst 2022 scheinen sich die Finanzierungsbedingungen jedoch trotz Zinsanstieg in der Breite nicht mehr so extrem verschlechtert zu haben.

Immerhin gibt dieses Mal ein Drittel der Befragten (32 Prozent) eine Verschlechterung an. Das ist aber nicht mehr so drastisch wie vor zwölf Monaten, als sich die Finanzierungsbedingungen gar für 58 Prozent der Befragten in den vorangegangen drei Monaten verschlechtert hatten. Für 62 Prozent haben sich die Finanzierungsbedingungen seitdem nicht verändert und für 6 Prozent sogar verbessert. Im Vorjahr hatten sich für 38 Prozent die Bedingungen nicht verändert und für 4 Prozent verbessert.

Wenig überraschend ist, dass die Treasurer die gestiegenen Zinsen insbesondere bei Finanzierungen zu spüren bekommen. 67 Prozent geben an, dass sich in diesem Bereich die Zinswende besonders stark auswirkt. Die Geldanlage nennen 29 Prozent, wobei sich die Zinswende hier eher positiv auswirkt, weil Treasurer in der Anlage nicht mehr mit Negativzinsen zu kämpfen haben.

Die gesamten Panel-Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

s.backhaus[at]dertreasurer.de 

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.