Sungard, ein globaler Anbieter von Treasury-Software-Systemen, könnte bald verkauft werden. Das US-amerikanische Unternehmen soll laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters planen, Finanzberater für einen eventuellen Verkauf zu beauftragen. Der Unternehmenswert könnte inklusive Schulden bis zu 10 Milliarden US-Dollar (etwa 9,3 Milliarden Euro) betragen. Auslöser für die Verkaufsabsichten war dem Vernehmen nach, dass ein nicht näher genanntes Unternehmen sich nach einer Übernahme erkundigt haben soll. DerTreasurer konnte Sungard für eine Stellungnahme nicht erreichen.
Reuters bezieht sich in dem Bericht auf eine nicht näher spezifizierte Quelle. Zudem ist auch ein Börsengang offenbar eine Alternative für Sungard. Investmentbanken, die sich Hoffnungen auf ein Beratungsmandat machen, sollen bereits diese Woche bei dem US-Unternehmen vorstellig werden.
TMS-Anbieter Sungard soll 10 Milliarden US-Dollar bringen
Sungard ist in den vergangenen Jahren durch größere und kleinere M&A-Deals aufgefallen, darunter die Akquisition des Schweizer Swift-Service-Büros Syntesys Anfang 2012. Auch der Kauf von Aktivitäten des französischen Anbieters XRT war eine Highlight-Transaktion.
Der Softwareanbieter ist größtenteils im Besitz von Private-Equity-Investoren. 2005 sicherten sich laut Reuters unter anderem Bain Capital, Blackstone, Goldman Sachs Capital Partners und KKR für insgesamt 11,4 Milliarden US-Dollar (10,6 Milliarden Euro) Anteile an dem IT-Unternehmen. Bislang gelang den Eigentümern jedoch kein Exit.
Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.

