Bis November 2025 gibt Swift den Banken Zeit, ihre MT-100er/-200er/-900er-Nachrichten umzustellen. Danach sollen nur noch XML-Nachrichten empfangen und versendet werden können. Die Frist, bis zu der beide Formate parallel genutzt werden können, wurde schon mehrmals verschoben.
Nun soll noch einmal die Frist für einige der 100er- und 200er-MT-Formate verschoben werden, wie Michael Bach, Senior Manager von Deloitte erklärt. „Die Formate können vermutlich weiter kostenpflichtig umgewandelt werden. Wie lange das möglich sein soll, ist nicht bekannt.“ Bach beobachtet, dass die großen Banken die neuen Formate schon im Einsatz haben oder gerade umstellen. „Es gibt aber noch kleinere Banken, die denken: Das wird schon passen.“
Die meisten Unternehmen haben dagegen noch nicht damit begonnen, sich mit den Auswirkungen der Einführung von ISO 20022 zu beschäftigen. Das geht aus dem aktuellen Deloitte Treasury Survey hervor. Demnach haben sich 25 Prozent noch gar nicht mit den Auswirkungen der Formatumstellung beschäftigt und 37 Prozent sind sich nicht sicher, was die Umstellung bedeutet. Rund 20 Prozent haben sich schon mit den Auswirkungen von ISO beschäftigt und 20 Prozent haben die neuen Formate eingeführt.
Die Systemanbieter hätten schon dafür gesorgt, dass zumindest auf Empfängerseite die neuen Formate verarbeitet werden können. „Schwierig wird es dann, wenn das ERP-System zum Beispiel die neuen Formate noch nicht verarbeiten kann, das macht den Aufwand größer“, so Bach.
Konvertierungsmöglichkeiten werden eingeschränkt
Auch wenn das Thema primär eine Bankenmigration ist, sollten sich Treasurer damit beschäftigen. „Bislang drängen viele Banken ihre Kunden nicht zur Übernahme der ISO-20022-Formatierung und werden wahrscheinlich weiterhin die alten Formate für ihre Kunden als Dienstleistung konvertieren“, schreiben die Studienautoren von Deloitte.
Da – Stand jetzt – die Konvertierungsmöglichkeiten ab November nächsten Jahres eingeschränkt werden, sollten sich Corporates mit der Umstellung beschäftigen, empfiehlt Bach. Sonst würde die Gefahr bestehen, dass Informationen nicht korrekt versendet werden. „Unternehmen, die denken, das Thema betrifft sie nicht, sind vielleicht etwas zu optimistisch.“
Und es würde sich für Unternehmen lohnen. Deloitte sieht bei Kunden, die umgestellt haben, einige Vorteile bei Sicherheit und Transparenz.
Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.

