FX-Hedging

30.10.13 10:41

Renminbi drittwichtigste Fremdwährung im DAX

Von Andreas Knoch

Eine Studie zum Währungsmanagement der DAX-30-Unternehmen zeigt, dass der chinesische Renminbi in den Treasury-Abteilungen inzwischen die drittwichtigste Fremdwährung ist.

iStock / Thinkstock / Getty Images

Renminbi: Nach Dollar und Pfund Nummer drei.

Der chinesische Renminbi ist trotz der eingeschränkten Konvertierbarkeit inzwischen zur drittwichtigsten Fremdwährung deutscher Großkonzerne aufgerückt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse über die Praxis der Wechselkurssicherung der 30 im deutschen Aktienindex DAX vertretenen Unternehmen. Basis der Untersuchung waren die Geschäftsberichte aus dem Jahr 2011. Demnach rangiert der Renminbi nur noch hinter dem US-Dollar und dem britischen Pfund. Auf Platz vier der wichtigsten Fremdwährungen liegt der japanische Yen. Mit der sukzessiven Liberalisierung der chinesischen Währung dürfte die Bedeutung des Renminbi in den kommenden Jahren noch deutlich steigen.

Zur Wechselkurssicherung verwenden alle Gesellschaften derivative Finanzinstrumente. Kumuliert hatten die Unternehmen Währungsderivate im Nominalvolumen von 255 Milliarden Euro in den Büchern. Zur Absicherung ihrer Wechselkursrisiken verwenden die Firmen einen Mix aus verschiedenen Derivaten: Devisentermingeschäfte dominieren in der Praxis. Neun von zehn DAX-Gesellschaften setzen diese Instrumente ein. Auch Devisenswaps sind im Baukasten der Währungskurssicherung häufig zu finden. Dabei gehören Zins-Währungsswaps zu den beliebtesten Instrumenten. Zwei Drittel der Unternehmen nutzen zudem Devisenoptionen. Die Möglichkeit, an positiven Wechselkursentwicklungen zu partizipieren wird jedoch mit höheren Kosten erkauft.

Gut die Hälfte der DAX-Gesellschaften versucht zudem, Teile ihrer Fremdwährungsrisiken ohne den Einsatz von Derivaten im Rahmen von Natural Hedging zu managen, indem sowohl Kosten als auch Erlöse in Fremdwährungen geniert werden, um das Währungsexposure von Anfang an niedrig zu halten. „Der Anteil dieser Strategie dürfte in der Realität aber weit höher sein. Jedoch machten dazu nicht alle Unternehmen explizite Angaben“, sagt Andreas Spatzl, Autor der Studie. Die Absicherung der Währungsrisiken erfolgt überwiegend zentral im Treasury der jeweiligen Unternehmen. In einigen Gesellschaften teilen sich zentrale und lokale Treasury-Abteilungen im Ausland die Arbeit, und nur in einer AG wird das Wechselkursrisiko ausschließlich in den lokalen abgesichert.

Knoch[at]derTreasurer.de