Neue Handelswährung

19.02.14 08:10

Siemens zieht positives Fazit nach Renminbi-Einführung

Von Sebastian Kapp

Seit vier Monaten akzeptiert Siemens neben den beiden Standardwährungen Euro und Dollar auch den chinesischen Renminbi im Zahlungsverkehr. Nun hat das DAX-Unternehmen einen ersten Zwischenstand bekanntgegeben.

Neue Handelswährung bei Siemens: Der Renminbi

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Neue Handelswährung bei Siemens: Der Renminbi

Demnach belief sich das Volumen der in Renminbi ausgestellten Rechnungen in den ersten drei Monaten bereits auf einen drei stelligen Millionenbetrag. Im Januar machten Renminbi-Zahlungen über 6 Prozent des gesamten Zahlungsvolumens bei Siemens aus, sagte eine Sprecherin gegenüber DerTreasurer.

Seit Oktober dürfen Siemens-Töchter in Renminbi zahlen und Rechnungen erstellen. Der Konzern will damit seinen Kunden in China entgegenkommen, die einen leichteren Zugang zur lokalen Währung haben als zum Euro oder US-Dollar. Dadurch soll die Zahlungsabwicklung effizienter werden, wovon auch Siemens profitiert, weil Rechnungen weniger lange offenbleiben. Zudem kann Siemens nun auf dem chinesischen Markt einen einheitlichen Preis in lokaler Währung anbieten. Die Tendenz bei der Renminbi-Fakturierung ist deshalb stark steigend: „Das Potential ist enorm“, sagte Stefan Harfich, der bei Siemens Financial Services für die Einführung der chinesischen Währung verantwortlich war.

Über 300.000 grenzüberschreitende Rechnungen fallen bei Siemens im Jahr an, 50 Gesellschaften sind davon betroffen. Mit dieser Prognose steht der Konzern nicht alleine da. Gemäß einer HSBC-Umfrage vom Sommer 2013 erwartet die Mehrzahl der Unternehmen, die auf Renminbi umgestellt haben, dass ihr in Renminbi abgewickeltes Geschäft weiter wachsen wird, teilweise von bis zu 10 Prozent. Jedoch zögern viele deutsche Unternehmen noch, die chinesische Währung zu akzeptieren. Sie sehen laut der HSBC-Studie entweder keinen Vorteil, oder haben den Einsatz von Renminbi noch gar nicht geprüft.

kapp[at]derTreasurer.de