EnBW mit XXL-Finanzierung

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Der Energiekonzern EnBW hat erstmals eine US-Privatplatzierung abgeschlossen. Das Volumen der Transaktion liegt bei umgerechnet insgesamt 850 Millionen US-Dollar. Sie umfasst Tranchen in Euro, US-Dollar und Britischen Pfund bei Laufzeiten von drei bis zwölf Jahren – wobei der überwiegende Teil des Volumens laut Finanzvorstand Thomas Kusterer auf die zehn- beziehungsweise zwölfjährigen Laufzeiten fällt. „Diese langfristige Finanzierung passt perfekt zu unseren Investitionsvorhaben in Netze und erneuerbare Energien“, erläutert Kusterer.

Dem Private Placement sei ein intensiver zweiwöchiger Investorendialog vorausgegangen, teilte das Unternehmen mit. Im Rahmen einer Roadshow hatte der Energieversorger Investorengespräche in den USA und London geführt.Das angestrebte Termsheet-Volumen von 300 Millionen US-Dollar wurde fast verdreifacht. Laut EnBW ist die Transaktion die größte US-Privatplatzierung eines deutschen Unternehmens in diesem Jahr. Begleitet wurde der Versorger von Citi und NatWest als strukturierenden Banken. 

EnBW begibt Green Bonds

Außerdem hat EnBW zwei grüne Unternehmensanleihen platziert, mit welchen ausschließlich klimafreundliche Projekte finanziert werden sollen. Die Bonds haben insgesamt ein Volumen von 1 Milliarde Euro und sind in zwei Tranchen mit einem Volumen von jeweils 500 Millionen Euro unterteilt. Die vier- und siebenjährigen Anleihen sind jeweils mit 3,625 beziehungsweise 4,049 Prozent verzinst.

Mit den Erlösen der kürzer laufenden Anleihe sollen Erneuerbare-Energie-Projekte wie die Offshore-Windprojekte Morgan und Mona in der Irischen See sowie Morven vor der schottischen Küste finanziert werden. Die Mittel der siebenjährigen Anleihe fließen in den Ausbau der Stromverteilnetze in Baden-Württemberg. Das Orderbuch der Anleihen belief sich in der Spitze insgesamt auf rund 7 Milliarden Euro.

Der Versorger hat vergangene Woche die Jahresprognose gesenkt. EnBW rechnet insbesondere im Netzgeschäft mit deutlich höheren Belastungen und Aufwendungen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Zudem ist EnBW zu 74 Prozent an dem kriselnden Gasversorger VNG beteiligt, der im September Staatshilfen beantragt hat. EnBW rechnet für 2022 nun mit einem operativen Gewinn von 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro statt bislang 3,03 bis 3,18 Milliarden Euro.

brendel[at]dertreasurer.de

Info

Dieser Artikel ist zuerst im DerTreasurer E-Magazin erschienen. Hier finden Sie das ganze Magazin.

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.