Darum setzt Siemens auf die Blockchain-Anleihe

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Herr Rathgeb, Siemens hat im Februar erstmals eine digitale Anleihe via Blockchain platziert. Wie kam es dazu?
Wir unternehmen in unserer Treasury-Organisation große Anstrengungen, um alle Bereiche zu digitalisieren: Big-Data-Analysen, Reporting und transaktionale Themen wie Hedging, Zahlungsverkehr oder die besagte Anleihe. Letztere Themen sind für uns am interessantesten, weil wir hier viel erreichen können und eine hohe Skalierbarkeit haben. Deshalb die Emission eines digitalen Wertpapiers.

Sie haben in der Vergangenheit schon mit einer Transaktion mit Continental und der Commerzbank Erfahrung gesammelt – damals ging es um ein volldigitales Commercial Paper.
Richtig. Damals wurde ein drei Tage laufendes Commercial Paper vollständig digital abgewickelt. Continental hat damals einen digitalen Token erschaffen, den wir erworben haben. Aber das war mit 100.000 Euro eine recht kleine Transaktion, die auch nur über drei Tage lief. Dieses Mal wollten wir einen deutlichen Schritt nach vorne machen.

Die Transaktion hat ein Volumen von 60 Millionen Euro. Das ist aber für Siemens immer noch ein relativ kleiner Betrag.
Ja, wir wollten mit dem Pionierprojekt nicht gleich eine Milliardentransaktion platzieren. Aber die 60 Millionen sind schon ein nennenswertes Volumen. Wir wollten damit zeigen, dass wir das Thema ernst nehmen und es für uns eine Rolle spielt. Wir glauben fest an die Digitalisierung des Finanzbereichs.

Deka Bank, DZ Bank und Union Investment investierten in das Wertpapier. Worauf haben Sie bei den Geldgebern geachtet?
Der Teilnehmerkreis sollte nicht zu groß sein. Sie dürfen nicht vergessen, dass auch die Investoren ihre Hausaufgaben machen müssen, um an digitalen Transaktionen teilzunehmen. Da ist noch nicht jeder so weit. Die Laufzeit von einem Jahr enthält einen Jahresabschluss von Siemens am 30. September. Zudem wollten wir während der Laufzeit Zinsen zahlen – es sind halbjährliche Zinszahlungen vereinbart.

Das komplette Interview können Sie in der Zeitschrift 1/2023 nachlesen.

dentz[at]dertreasurer.de

Markus Dentz ist Chefredakteur von DerTreasurer und der Fachzeitschrift FINANCE. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury.