K+S knüpft neue Kreditlinie erstmals an ESG-Kriterien

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K+S hat eine neue revolvierende Kreditlinie abgeschlossen. Diese hat ein Volumen von 400 Millionen Euro und ist erstmals an Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft. „Eine einfache Bonus/Malus-Zahlung zwischen Bank und K+S hat nicht unseren Vorstellungen entsprochen“, teilte K+S auf Anfrage von DerTreasurer mit. „Daher haben wir ein eigenes Konzept mit den Banken ausgehandelt.“

Geknüpft ist die Linie an Kennzahlen zu CO2-Emissionen, Unfallzahlen und den Lieferanten, die den Verhaltenskodex zu nachhaltigen Lieferketten anerkannt haben. Sollte der Konzern die formulierten Ziele verfehlen, wird K+S einen definierten Betrag an die Deutsche Welthungerhilfe zahlen. Dieser Betrag liege im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich, sofern die Kreditlinie nicht gezogen werde, heißt es. Marktüblich wäre es bei einem ESG- Link, dass sich die Marge des Kredits beim Verfehlen der ESG-Ziele erhöht.

K+S macht Zinsmarge von ESG-Zielen abhängig

Im umgekehrten Fall setzt K+S auf den Standardmechanismus: Werden die Ziele erreicht, verringert sich die vom Unternehmen zu zahlende Zinsmarge „im marktüblichen Rahmen um einige Basispunkte“. Tritt dieser Fall ein, hat sich K+S jedoch freiwillig verpflichtet, den mittleren fünfstelligen Betrag nichtsdestotrotz an die Welthungerhilfe zu spenden. Die flexibel abrufbare Kreditlinie hat eine Laufzeit von bis zu sieben Jahren.

An der Vereinbarung sind insgesamt zehn Kreditinstitute aus dem In- und Ausland beteiligt. Koordiniert wurde die Transaktion durch DZ Bank, Helaba und LBBW. Die Strukturierung der Nachhaltigkeitsaspekte der Transaktion hat die Helaba als Sustainability Coordinator begleitet. Zu den Konditionen der Kreditvereinbarung sind keine Details bekannt.

K+S wieder mit Investmentgrade-Rating

Doch zuletzt hatte K+S gute Nachrichten zu verkünden: Der Kali- und Salzkonzern hat von S&P erstmals wieder ein Investmentgrade-Rating erhalten. Die Ratingagentur erwartet, dass der Verschuldungsgrad in den nächsten zwei Jahren nicht steigen wird: Trotz rückläufiger Kalipreise dürfte die Verschuldung im Vergleich zum bereinigten Ebitda unter 0,5 bleiben, hieß es. „Wir freuen uns sehr, dass wir diesen strategischen Meilenstein nun erreicht haben. Darauf haben wir mehrere Jahre hingearbeitet“, sagt der K+S-CEO Burkhard Lohr.

K+S hatte im Geschäftsjahr 2022 das beste operative Ergebnis der Firmengeschichte eingefahren. Grund dafür war unter anderem das begrenzte Kaliangebot aus Russland und Belarus, wodurch die Kalidüngerpreise enorm gestiegen sind. Allerdings teilte K+S auch mit, dass das Ebitda im zweiten Quartal wegen der Kaufzurückhaltung der Kunden mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro- Betrag belastet werde.

brendel[at]dertreasurer.de

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.