Hugo Boss hat mit einem Schuldschein debütiert. „Die Vorteile des Schuldscheins liegen klar auf der Hand. Als private Platzierung ist der Schuldschein ein hochflexibles Instrument, das eine passgenaue Finanzierung für Unternehmen bei einer sehr schlanken Kreditdokumentation ermöglicht“, sagt René Heinz, Head of Treasury bei Hugo Boss, zur Wahl des Instruments.
Finanzierungsbedarf zu gering für Anleiheemission
Aber auch das Volumen habe eine Rolle gespielt: „Unser Finanzierungsbedarf war nicht so hoch, dementsprechend haben wir eine Anleiheemission direkt ausgeschlossen“, erklärt er. Bei einer Anleiheemission hätte das Mindestvolumen bei 300 Millionen Euro liegen sollen, so Heinz. Das Modeunternehmen hat bei der Schuldscheintransaktion zunächst ein Volumen von 100 Millionen Euro angestrebt. Angesichts der großen Nachfrage wurde das ursprünglich geplante Emissionsvolumen auf 175 Millionen Euro aufgestockt. Auch ein Term Loan im Kreis der Relationship-Banken sei im Gespräch gewesen, so Heinz. Dieser Gedanke sei wegen der höheren Kosten und des Dokumentationsaufwands schnell verworfen worden.
Ein Punkt gab aber dann den Ausschlag für den Schuldschein: „Wir wollten unsere Finanzierungsstrategie konsequent weiterentwickeln, bankenunabhängiger im Finanzierungsmix werden und unsere Finanzierung stärker am Kapitalmarkt ausrichten“, sagt Heinz. „Übergeordnetes Ziel ist dabei, die Wachstumsstrategie des Unternehmens ,Claim 5′ bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig einen stabilen und effizienten Zugang zu den Kredit- und Kapitalmärkten auch in herausfordernden Marktphasen sicherzustellen.“
Hugo Boss mit Ratings von S&P & Moody’s
Der Grundstein dafür wurde im vergangenen Jahr gelegt, als Hugo Boss zwei Investmentgrade-Ratings von S&P (BBB) und Moody’s (Baa2) erhalten hat. Heinz glaubt, dass externe Ratings in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. „Ich denke, dass es für nicht geratete Unternehmen künftig schwerer wird, einen schnellen und unkomplizierten Zugang zum Kapitalmarkt zu bekommen. Das war früher anders, als starke nicht geratete Unternehmen mit guter Bonität problemlos Anleihen emittieren konnten.“
Das Volumen des nun platzierten Schuldscheins verteilt sich je zur Hälfte auf die Laufzeiten von drei Jahren und fünf Jahren. Innerhalb der Laufzeiten macht der feste Anteil ein Drittel und der variable Anteil zwei Drittel des Volumens aus. Zum Pricing will Treasurer Heinz keine Details nennen.
Mehr über die genaue Umsetzung des Schuldscheindebüts sowie die weiteren Finanzierungspläne des Hugo-Boss-Treasury erfahren Sie in Ausgabe 22/2023 des E-Magazins von DerTreasurer.
Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.

