Heideldruck schließt neuen Konsortialkredit ab

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Heidelberger Druckmaschinen (Heideldruck/Heidelberg) hat gleich zu Beginn des Jahres die eigene Konzernfinanzierung neu geordnet. Der Maschinenbauer hat dafür einen neuen Konsortialkredit in Höhe von 436 Millionen Euro abgeschlossen. Die neue Linie läuft bis 2030 und kann optional um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Mit dem neuen Darlehen konnte das Unternehmen eine 2023 arrangierte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 370 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2028 vorzeitig ablösen. Diese war nach eigenen Angaben bislang nur in Höhe von rund 59 Millionen Euro in Anspruch genommen worden. Genutzt wurde das Kapital demnach vor allem in Form von Barziehungen und Garantien im Zusammenhang mit Exportgeschäften.

Wofür wird die Kreditlinie genutzt?

Mit der neuen revolvierenden Kreditfazilität sollen nun das operative Geschäft von Heidelberg und der daraus resultierende unterjährig schwankende Kapitalbedarf finanziert werden, teilt das Unternehmen mit. Darüber hinaus stelle sie ein solides Fundament für die weitere strategische Entwicklung des Unternehmens dar und stehe für Wachstumsinvestitionen, insbesondere auch außerhalb der Bereiche Print und Packaging, zur Verfügung.

Der Maschinenbauer kämpft seit Jahren mit dem Strukturwandel und dem insgesamt rückläufigen Druckgeschäft. Ende 2024 musste das Unternehmen bereits rund 450 Stellen beim Stammwerk in Wiesloch streichen. Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass Heideldruck seine Mitarbeiter in Wiesloch aufgrund der aktuell volatilen Auftragslage bittet, im Februar und März jeweils mindestens drei freie Tage zu nehmen.

Wohl auch wegen dieser Probleme im Kerngeschäft streckt Heideldruck seit dem vergangenen Jahr seine Fühler auch in Richtung der lukrativen Rüstungsindustrie aus und will dort vor allem mit seiner Expertise im Bereich der Präzisionstechnik, Serienfertigung und industrieller Automatisierung punkten.

Heideldruck knüpft erste Partnerschaften im Verteidigungssektor

Im Juli 2025 wagte Heideldruck einen ersten Schritt in den Verteidigungssektor und verkündete eine strategische Partnerschaft mit Vincorion Advanced Systems. Das Maschinenbauunternehmen ist ein Spe-zialist für Energiesysteme und produziert unter anderem Notstromgeneratoren für den Kampfjet Eurofighter. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen die Heidelberger Energieregelungs- und -verteilungssysteme entwickeln und bauen. „Heidelberg will sich zunehmend als verlässlicher Partnerin sicherheitsrelevanten Bereichen positionieren“, teilte Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender von Heideldruck, damals in einer Pressemitteilung mit.

Im Dezember 2025 gab Heideldruck dann den Beginn von Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Drohenabwehrspezialisten Ondas Autonomous Systems bekannt. Man wolle gemeinsam eine mögliche europäische Fertigung von Systemen zur Drohnenabwehr, Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung im Verteidigungsbereich ausloten, heißt es in einer Mitteilung.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.