Kautionsprämien auf Rekordtief

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Die Prämien für Kautionsversicherungs-Neuverträge sind im ersten Quartal 2026 auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Gracher-Kautionspreisindex (KPI) im Jahr 2020 gesunken: auf genau 1 Prozent. Das zeigt die aktuelle Auswertung des Kautionsdienstleisters Gracher. In den Vorquartalen hatte der Prämiensatz noch bei 1,11 Prozent (Q3/2025) beziehungsweise 1,08 Prozent (Q4/2025) gelegen. Anfang 2025 hatte der Preis schon einmal bei 1,01 Prozent gelegen (Q1/2025).

Sinkende Prämien, höhere Ratinganforderungen

In die aktuelle Auswertung flossen 72 Neuverträge mit Volumina zwischen 100.000 und 10 Millionen Euro ein. Gracher beobachtet allerdings nach eigenen Angaben zudem eine „bemerkenswert hohe Anzahl“ von Transaktionen, die über der 10-Millionen-Euro-Marke liegen. Sie werden in der Analyse nicht erfasst, um Verzerrungen zu vermeiden.

Die sinkenden Prämien gehen allerdings laut der Analyse mit deutlich gestiegenen Ratinganforderungen einher. Erstmals seit fünf Jahren verlangten die Versicherer wieder ein Investmentgrade-Rating. „Diese Entwicklung ist die logische Folge der großen Herausforderungen vieler Branchen in Deutschland. Die Kautionsversicherer heben ihre Bonitätsanforderungen an. Die Prämiensenkung zeigt aber auch, dass der Wettbewerb der Versicherer immer noch intensiv ist. Die Versicherer sind kritisch, aber weiter zeichnungsbereit“, sagt Alfons-Maria Gracher, Gründer und Geschäftsführer von Gracher.

Banken ziehen sich weiter zurück

Er erklärt die anhaltend hohe Nachfrage nach Kautionsversicherungen damit, dass sich Banken aus der Finanzierung weiter zurückzögen, etwa wenn sie ihre Risikopositionen in bestimmten Branchen reduzieren wollten. Kautionsversicherer zögen sich nicht zurück, stellten aber inzwischen deutlich mehr Fragen zur Unternehmenssituation. Vereinzelt würden sich Versicherer auch eine Reduzierung bestehender Linien wünschen. Laut Gracher stellt das selten ein praktisches Problem dar, da in geschwächten Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau der eigentliche Bedarf der Unternehmen ohnehin geringer ausfalle als erwartet.

Dennoch empfiehlt Gracher dringend, sich mit Konsortialkreditverträgen gegen unerwartete Linienkürzungen abzusichern: „Mit solchen Verträgen ist die Verbindlichkeit und damit Finanzierungssicherheit deutlich höher als beispielsweise bei b.a.W.-Linien, wie sie vielfach noch üblich sind. Das ist in dieser Zeit der vielfachen Krisen, die viele Unternehmen substanziell geschwächt haben, sehr wichtig.“