Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat seinen Konsortialkredit neu verhandelt und deutlich aufgestockt: Die bislang 3,2 Milliarden Euro schwere Revolving Credit Facility (RCF) wurde auf 6,5 Milliarden Euro erhöht. Zugleich vergrößerte sich das Bankenkonsortium von acht auf nun 15 Institute (siehe Kasten). BNP Paribas, ING und Unicredit fungierten als Koordinatoren der Finanzierung. Die neue RCF von Amprion hat eine Laufzeit von fünf Jahren, wobei zwei Laufzeitverlängerungen um jeweils ein Jahr möglich sind. Darüber hinaus ist eine Erhöhungsoption von 2 Milliarden Euro integriert.
Die auf den Namen „Energiewende Green Revolving Credit Facility“ getaufte Finanzierung wartet zudem mit dem neuartigen Nachhaltigkeitsstandard „Green Pure Play“ auf. Um diesen für sich beanspruchen zu können, muss Amprion mehr als 90 Prozent seiner Umsätze in Einklang mit der EU-Taxonomie erwirtschaften. „Amprion ermittelt jährlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung diese Kennzahl, die vom Wirtschaftsprüfer extern überprüft wird“, teilt das Unternehmen auf Anfrage von DerTreasurer mit.
Darauf aufbauend erstelle das Unternehmen jährlich eine Bestätigung für Banken über die ermittelte Kennzahl, um den Green-Pure-Player-Status nachzuweisen. Zusätzlich liefere Amprion den Banken jährlich eine Bestätigung, dass das Green-Finance-Portfolio – definiert im Green Finance Framework – größer ist als die ausstehenden langfristigen und die durchschnittlichen kurzfristigen grünen Finanzierungen im gleichen Zeitraum, teilen die Dortmunder weiter mit.
Kein Nachweis über Mittelverwendung
Nicht mehr erforderlich ist damit der Nachweis darüber, wie Amprion die Mittel für seine grünen Projekte einsetzt. Nach Unternehmensangaben handelt sich bei dem integrierten grünen Konzept um das Erste seiner Art im Bereich der Unternehmensfinanzierung, da zum Zeitpunkt des Abschlusses noch kein LMA-Green-Pure-Play-Standard existiere. „Es gibt unseres Wissens zwar ein anderes Unternehmen, welches das Konzept ebenfalls bereits im Vertragswerk verankert hat, bis zur Veröffentlichung des LMA-Standards jedoch einen Use-of-Proceeds-Ansatz verfolgt“, erklärt Amprion.
Mitte April hatte Amprion erstmals grüne Hybridanleihen in Höhe von 1 Milliarde Euro begeben.
Info
Das Amprion-Konsortium
Erneut vertreten sind BayernLB, Commerzbank, DZ Bank, LBBW, Helaba, ING, SEB und Unicredit. Neu an Bord sind BNP Paribas, Bank of America, Crédit Agricole, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Royal Bank of Canada, sowie Sumitomo Mitsui Banking Corporation.
Philipp Hafner ist Redakteur bei DerTreasurer und FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Zuvor arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.

