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16.09.19
Asset Management

Nachhaltige Geldanlagen auf dem Vormarsch

Immer mehr Investoren legen ihr Geld nach nachhaltigen Kriterien an. Auch Treasurer entdecken diese Art der Kapitalanlage für sich.

Die Zahl der Investoren, die bei der Geldanlage auf Nachhaltigkeit achten, wächst weiter. Das spiegelt sich in den Zahlen des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) wider. Das FNG unterscheidet zwei Typen von Geldanlagen: Nachhaltige Geldanlagen und verantwortliche Investments. Bei nachhaltigen Geldanlagen handelt es sich um ausgewiesen nachhaltige Produkte. Beim verantwortlichen Investieren werden ESG-Kriterien von Investoren und Vermögensverwaltern bei der Asset-Auswahl angewandt.

Dabei zeigt sich: Die Summe der verantwortlichen Investments lag 2018 in Deutschland bei über 1,5 Billionen Euro und damit deutlich über den nachhaltigen Geldanlagen. Die erreichten nur 219 Milliarden Euro, was allerdings einen neuen Höchststand markierte. 2014 lagen die Werte noch bei 437 Milliarden Euro und 127 Milliarden Euro. „Man sollte sich an die hohen Wachstumsraten in dem Markt gewöhnen“, kommentiert Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des FNG. Ein Grund dafür ist aus seiner Sicht der steigende regulatorische Druck aus Brüssel. „Da Vermögensverwalter nun ausdrücklich erklären müssen, wie sie mit Nachhaltigkeitskriterien umgehen, wird das Thema bei vielen eine noch höhere Bedeutung erhalten.“

Institutionelle Investoren treiben den Markt

Bislang wird die nachhaltige Anlage von institutionellen Investoren getrieben, allen voran kirchlichen Institutionen und Versicherungsunternehmen. Der stellvertretende Vorsitzende des FNG, Hermann Klughardt, beobachtet jedoch, dass Pensionsgelder von Unternehmen auch vermehrt verantwortlich investiert werden. „Allerdings sind viele dort noch am Anfang, viele Unternehmen müssen nun zunächst einmal diskutieren, was sie unter Nachhaltigkeit verstehen“, sagt er. Derzeit läge aus politischer Sicht ein starker Fokus auf dem Thema Umwelt, aber auch soziale Faktoren sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Klar ist auch, dass Treasurer, die sich nach ESG-Kriterien richten wollen, nicht von heute auf morgen ihr Portfolio umbauen können. „Das ist ein schrittweiser Prozess, zunächst sollte man damit beginnen seine zukünftigen Investmententscheidungen einer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterwerfen, anstatt Altlasten abzubauen“, rät FNG-Chef Weber. Er geht davon aus, dass der Markt auch deshalb in den kommenden Jahren deutlich weiter wachsen wird. Selbst Investoren, die schon Nachhaltigkeitsstrategien anwenden, haben noch große Bestandsportfolien, die in den kommenden Jahren schrittweise durch neue, nach ESG-Kriterien ausgewählte Titel ersetzt werden dürften.

Koegler[at]derTreasurer.de

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