Volkswagen Financial Services

14.04.20
Finanzen & Bilanzen

VW FS platziert milliardenschwere Bonds

Die Finanzsparte des Volkswagenkonzerns hat mitten in der Corona-Pandemie Milliarden am Bondmarkt eingesammelt. Die Nachfrage der Investoren viel groß aus.

Wochenlang war der Markt für Unternehmensanleihen wegen der Coronakrise geschlossen. Zu groß war die Unsicherheit an den Märkten. Seit die EZB ihr massives Kaufprogramm über 750 Milliarden Euro angekündigt hat, gibt es allerdings wieder viele Neuemissionen. Auch Unternehmen aus dem Automotive-Sektor, der von der Coronakrise hart getroffen ist, haben sich an den Markt gewagt. Volkswagen Financial Services platzierte drei neue Anleihen über 2,15 Milliarden Euro. Die Transaktion wurde von Banco Santander, JP Morgan, Merrill Lynch International, MUFG und Unicredit begleitet.

VW FS platzierte eine dreijährige Anleihe über 650 Millionen Euro, die mit 2,5 Prozent verzinst wird. Ein Bond über fünf Jahre und 700 Millionen Euro hat einen Kupon von 3 Prozent. Der 800 Millionen Euro schwere achtjährige Bond wird mit 3,375 Prozent verzinst. Wie stark die Finanzierungskosten gestiegen sind, zeigt ein Vergleich mit einer Emission von VW FS aus dem März 2019: Damals platzierte VW FS einen dreijährigen Bond mit einem Kupon von 0,625 Prozent, einen fünfeinhalbjährigen mit 1,5 Prozent und einen achteinhalbjährigen mit 2,25 Prozent.

VW FS verzeichnete Orderbuch über 5 Milliarden Euro

Ungeachtet der höheren Finanzierungskosten ist es für die Finanzsparte von Volkswagen ein Erfolg, dass die Transaktion eine so hohe Nachfrage fand. Das Interesse der Investoren belief sich dem Konzern zufolge auf mehr als 5 Milliarden Euro.

„Die Risikoaufschläge sind im Vergleich zu unseren letzten Emissionen aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Verwerfungen an den Geld- und Kapitalmärkten gestiegen“, kommentiert Finanzchef Frank Fiedler die Transaktion. Die hohe Nachfrage der Investoren zeige jedoch das „Vertrauen in das Geschäftsmodell“ der VW-Finanzsparte. Mit der Emission stärken die Braunschweiger ihre Liquiditätsposition während der Covid-19-Pandemie.

Kapitalmarkt für VW FS zentral

Anleihen bilden im Finanzierungsmix des Unternehmens eine wichtige Säule: Im Geschäftsjahr 2019 trugen sie fast 54 Milliarden Euro zur Refinanzierung bei. Auf Asset-Backed Securities entfielen 39 Milliarden Euro, erst im März hatte VW FS eine ABS-Transaktion in Renminbi abgeschlossen. Auf die dritte Säule, nämlich auf Kundeneinlagen, entfielen 32 Milliarden Euro.

Welche Auswirkungen die Coronakrise für VW FS haben wird, ist wie für alle Unternehmen derzeit noch schwer absehbar. VW hat indes die Produktion in Europa wegen der Pandemie stillgelegt.

Koegler[at]derTreasurer.de

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