Der Solaranlagen-Anbieter Enpal hat als erstes deutsches Unternehmen eine Solar-Asset-Backed Security (ABS) begeben. Verbrieft werden Solaranlagen-Kredite für private Wohngebäude.
Das Start-up vermietet unter anderem Photovoltaikanlagen, die nach der Abbezahlung den Kunden gehören. „Bisher haben wir diese Vorfinanzierung maßgeblich durch Projektfinanzierungen mit verschiedenen Investoren wie ING, Blackrock, Pricoa und Unicredit gestemmt“, erklärt Béla Schramm, der bei Enpal das neue Verbriefungsprogramm verantwortet. „Die Vorteile der Verbriefungen sind, dass sie sehr standardisiert sind, wir dadurch einen regelmäßigen Zugang zum Kapitalmarkt haben und zudem die Spanne der Investoren vergrößert wird, was auf unsere Wachstumsstrategie einzahlt“, erläutert er.
Kostenvorteile durch ABS
Das Unternehmen, das erst Anfang des Jahres eine Finanzierungsrunde in Höhe von 215 Millionen Euro abgeschlossen hat, hoffe darauf, durch Enpal die Verbriefungen perspektivisch Kostenvorteile erzielen zu können, so Schramm. Im direkten Zusammenhang zur Zinswende stehe die Solar-ABS nicht, erklärt er, die Vorbereitungen hätten lange vorher begonnen. „Dennoch ist in diesem Umfeld die Notwendigkeit günstiger Finanzierungen gestiegen.“
Im Gegensatz zu Europa ist die Assetklasse der Solar-ABS in den Vereinigten Staaten schon gängig. „Wir haben uns vor zwei Jahren erstmals mit dem Thema Solar-ABS beschäftigt. Unternehmen wie Goodleap, früher Loanpal, finanzieren in den USA seit vielen Jahren Solaranlagen mit Verbriefungen und leisten einen wichtigen Anteil zum Wachstum des dortigen Markts – das hat uns inspiriert.“ Vor einem Jahr hätten die intensiven Vorbereitungen begonnen, inklusive der Suche nach passenden Bankpartnern, erläutert Schramm im Gespräch mit DerTreasurer.
Letztlich hat Enpal vorrangige Kreditzusagen in Höhe von 300 Millionen Euro von der Citi und 56 Millionen Euro Mezzanine-Kreditzusagen von M&G erhalten. „Für Citi hat gesprochen, dass die Bank am US-Markt viel Erfahrung mit Solar-Verbriefung hat und auch in der EU zahlreiche Neuemittenten bei Verbriefungsstrukturen begleitet hat“, so Schramm. Die Mezzanine-Finanzierung durch M&G diene der Kapitaleffizienz, indem sich dadurch ein größerer Teil des Finanzierungsbedarfs mit Fremdkapital abdecken ließe.
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Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.

