Grünenthal platziert 300-Millionen-Euro-Bond

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Grünenthal hat erneut den Bond-Markt angezapft: Wie der Pharmakonzern bekanntgab, haben die Aachener eine Anleihe im Volumen von insgesamt 300 Millionen Euro platziert. Der Bond umfasst demnach Senior Secured Notes zu einem Zinssatz von 6,75 Prozent. Das Papier läuft bis 2030 und wurde zu einem Preis von 100 Prozent platziert. „Wir freuen uns sehr über das positive Feedback und das Vertrauen, das Grünenthal entgegengebracht wird. Dies zeigt, dass unsere Strategie und deren Umsetzung von Investoren positiv aufgenommen wird“, sagt Fabian Raschke, CFO von Grünenthal.

Die Anleihe wurde von den beiden Ratingagenturen Fitch Ratings (BB+) und Standard & Poor’s (BB-) im Crossover-Segment angesiedelt. Moody’s sieht den Grünenthal-Bond mit B1 hingegen im spekulativeren Bereich. 

Die neue Anleiheemission des Pharmaunternehmens folgt auf die erfolgreiche Verlängerung der Fälligkeit einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 500 Millionen Euro, die Grünenthal zu Beginn des Jahres abgeschlossen hatte, wie das Unternehmen nun mitteilte.

Grünenthal refinanziert M&A-Deal

Grünenthal ist zwar nicht börsennotiert, am Kapitalmarkt jedoch kein unbekanntes Gesicht: Vor beinahe genau zwei Jahren hatten die Aachener ihr Anleihe-Debüt gefeiert und seinerzeit einen Debüt-Bond über 650 Millionen Euro in zwei Tranchen platziert. Später stockte Grünenthal das Volumen auf 900 Millionen Euro auf. Die siebenjährige Anleihe war damals noch mit 4,125 Prozent deutlich günstiger als die nun angekündigte Anleihe.

Die aktuelle Anleiheplatzierung soll Grünenthals Kapitalstruktur und Fälligkeitsprofil verbessern, schreibt der Konzern. Man wolle die Bond-Erlöse hauptsächlich verwenden, um in Teilen eine im Jahr 2022 eingerichtete Bankfazilität in Höhe von 200 Millionen Euro auszufinanzieren.

Diese hatte Grünenthal aufgenommen, um den Zukauf des Testosteronmedikaments Nebido zu finanzieren. Grünenthal hat Nebido im November 2022 für rund 500 Millionen Euro vom Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer erworben. Der restliche Betrag dient der Refinanzierung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 75 Millionen Euro.

Der in Nordrhein-Westfalen ansässige Grünenthal-Konzern ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Der Nettoumsatz erreichte laut Angaben des Unternehmens im Geschäftsjahr 2022 gut 1,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Jahr 2021 entspricht. Der bereinigte operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) betrug 438 Millionen Euro, dieser Wert lag 18 Prozent über 2021.

Eich[at]derTreasurer.de

Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.