Factoring-Markt hält Kurs trotz Konjunkturflaute

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Trotz des weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfelds zeigt sich der deutsche Factoring-Markt im ersten Halbjahr 2026 robust. Nach Angaben des Deutschen Factoring-Verbands (DFV) erzielten die Mitgliedsunternehmen, die für rund 98 Prozent des deutschen Factoring-Volumens stehen, im ersten Halbjahr 2026 ein Ankaufsvolumen von 212,6 Milliarden Euro – ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ende 2025 lag das Umsatzvolumen der Mitgliedsunternehmen bei 423,5 Milliarden Euro, einem Plus von 6,2 Prozent.

Nach Angaben des DFV konnten die hohen Wachstumsraten der Vorjahre zwar nicht fortgeschrieben werden, auch aufgrund von Veränderungen in der Mitgliederstruktur. Die stabile Entwicklung unterstreiche jedoch die Bedeutung des Factorings als wichtiges und verlässliches Finanzierungsinstrument zur Sicherung der Liquidität von Unternehmen und zur Stabilisierung von Lieferketten.

Das nationale Factoring legte zu und erreichte ein Ankaufsvolumen von rund 151 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 1 Prozent entspricht. Das internationale Geschäft blieb mit rund 62 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau. Wie sich das nationale Geschäft in den kommenden Monaten entwickelt, wird dabei maßgeblich auch davon abhängen, welche Impulse die von der Bundesregierung angestoßenen Reformen für den Wirtschaftsstandort Deutschland setzen.

Die Unsicherheit bleibt

Unsicherheit bleibt Besonders positiv entwickelte sich die Kundenzahl: Mit rund 115.000 Kunden wurde ein neuer Höchststand erreicht – ein Zuwachs von 10 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025, zu dem allerdings auch zahlreiche neue Verbandsmitglieder beigetragen haben. „Factoring stabilisiert weiterhin die Lieferketten der deutschen Wirtschaft“, erklärt Stefan Wagner, Sprecher des Vorstandes des Deutschen Factoring-Verbandes.

Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt jedoch auch im Factoring-Markt spürbar: Das Geschäftsklima wurde von den Verbandsmitgliedern mit der Schulnote 2,8 erneut etwas schlechter bewertet als im Vorjahr, das Insolvenzrisiko wird mit einer Bewertung von 3,0 weiterhin als hoch eingeschätzt.

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.