Die Otto Group hat einen neuen Schuldschein in Höhe von 240 Millionen Euro platziert. Das Schuldscheindarlehen ist in Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren aufgeteilt. Laut Angaben des Unternehmens konnten alle Tranchen am unteren Ende der Vermarktungsspanne bepreist und platziert werden. Die Erlöse aus dem Schuldschein sollen nun für die Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke genutzt werden.
Ursprünglich habe man ein Vermarktungsvolumen von 100 Millionen Euro für den Schuldschein angestrebt, heißt es in der Pressemitteilung von Otto zur Transaktion. Aufgrund der hohen Nachfrage habe man das Volumen jedoch mehr als verdoppeln können. Nach Angaben des Konzerns, beteiligten sich mehr als 30 nationale und internationale Investoren an der Finanzierung. Vor allem Sparkassen, Genossenschaftsbanken und ausländische Geschäftsbanken hätten die angebotenen Schuldschein-Tranchen gezeichnet.
Otto Group muss sich restrukturieren
„Wir sehen das große Investoreninteresse als ein starkes Zeichen des Vertrauens in die nachhaltige Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells“, sagt Katy Roewer, die seit dem Frühjahr den CFO-Posten des Familienkonzerns besetzt, zur Transaktion. „Die positiven Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres sowie der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr unterstreichen unsere Resilienz und Anpassungsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld.“
Aktuell laufen bei der Otto Group gruppenweit mehrere Restrukturierungsmaßnahmen, inklusive Personalabbau und Portfoliobereinigungen. Immerhin konnte der Konzern auf seiner Bilanzpressekonferenz im Mai nach zwei Verlustjahren wieder einen Jahresüberschuss vermelden. Dieser lag bei 165 Millionen Euro. Im Vorjahr musste die Otto Group noch einen Fehlbetrag in Höhe von 412 Millionen Euro ausweisen. Bis jedoch alle Einheiten der Otto Group profitabel sind, ist noch einiges zu tun. Wie es gelingen soll, berichtete CFO Roewer im Interview mit unserer Schwesterpublikation FINANCE.
Rückkehr nach drei Jahren
Für Otto ist es die zweite Schuldschein-Transaktion nach dem Debüt im Jahr 2022. Mit der erneuten Platzierung eines Schuldscheindarlehens verbreitere die Otto Group nochmals ihre Investorenbasis, heißt es in der Pressemitteilung zur Transkation.
Zudem habe sich die Schuldscheintransaktion als stabil und preislich attraktiv erwiesen und sei damit im weiterhin volatilen Kapitalmarktumfeld ein großer Erfolg. Die Platzierung wurde von DZ Bank, ING, LBBW und Unicredit als Arrangeure begleitet. Als Rechtsberater der Otto Group fungierte Dentons.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.

