Die Refinanzierung eines syndizierten Kredits kann für das Treasury eine Routineaufgabe sein – sie kann aber auch sehr arbeitsintensiv sein. Bei dem Maschinen- und Anlagenbauer Dürr war letzteres der Fall, denn die Schwaben haben gegenüber dem Vorläuferkredit nicht nur den Bankenkreis von sieben auf 13 Häuser nahezu verdoppelt und das Volumen von 465 auf 750 Millionen Euro erhöht. Dürr hat im Zuge der Refinanzierung auch eine Nachhaltigkeitskomponente („ESG-linked Loan“) eingebaut: Verbessert sich das Dürr-Rating bei der Nachhaltigkeitsagentur Ecovadis, sinkt die Verzinsung des Kredits marginal.
Dürr testet Blockchain-Technologie
Zudem nutzte das Treasury die Finanzierung, um sich mit der Blockchain-Technologie vertraut zu machen: „Wir haben weite Teile der Konsortialkreditprozesse über eine selbst initiierte Blockchain-Plattform nachgebildet“, berichtet Christian Aue, der seit April das Treasury von Dürr leitet. Das ging von der Erfassung des Deals über den Einladungsprozess bis hin zur Allokation der Tranchen und der Vertragsunterschrift.
Dabei sei es weniger darum gegangen, unmittelbare Vorteile zu erzielen, als vielmehr darum, Erfahrungen zu sammeln: „Digitalisierung ist bei Dürr ein Eckpfeiler der Unternehmensstrategie. Deshalb sind wir auch im Treasury stets daran interessiert, neue Technologien kennenzulernen“, sagt Aue: „Mit ‚Learning by Doing‘ geht das am besten.“
Auf der Suche nach einem Blockchain-Pilotprojekt stieß das Team auf den Konsortialkredit. Wie das Projekt konkret ablief, warum Dürr die Banken „challengen“ will und welche Tests der Konzern mit der digitalen Identität plant, das lesen Sie im E-Magazin 16-2019.
