Grünenthal hat vor kurzem sein Debüt am Anleihemarkt gefeiert. Das Aachener Pharmaunternehmen platzierte seinen ersten Bond über insgesamt 650 Millionen Euro in zwei Tranchen: Die fünfeinhalbjährige Tranche in Höhe von 400 Millionen Euro wird mit 3,625 Prozent verzinst, die siebenjährige Tranche über 250 Millionen Euro ist mit einem Kupon von 4,125 Prozent ausgestattet.
Info
Update am 14. Juli 2021 um 16.00 Uhr:
Grünenthal hat seine bestehende Anleihe um 300 Millionen Euro auf insgesamt 950 Millionen Euro erweitert. Das teilte das Aachener Pharmaunternehmen am heutigen Mittwochnachmittag mit. Die Anleiheerweiterung wurde Unternehmensangaben zufolge in einer der beiden Tranchen der kürzlich platzierten Anleihe vorgenommen – und zwar in der Tranche, die mit einem Zinssatz von 4,125 Prozent im Jahr 2028 fällig wird.
Mit dem Nettoertrag der Anleiheerweiterung will Grünenthal bestehende Bankkredite abbezahlen und sein Fälligkeitsprofil optimieren. Rund 95 Prozent der Kreditfazilitäten des Pharmaunternehmens werden eigenen Angaben zufolge nun im Jahr 2026 oder später fällig.
Aber warum hat das Familienunternehmen nun den Kapitalmarkt angezapft und nimmt die damit verbundenen Publikationspflichten in Kauf? „Der Banken- und Schuldscheinmarkt ist volumenmäßig beschränkt. Der Anleihemarkt bietet uns größere Finanzierungsoptionen“, begründet Klaus Gerdes, Head of Treasury and Riskmanagement bei Grünenthal, diesen Schritt.
Grünenthal will zukaufen
Das Pharmaunternehmen will eigenen Angaben zufolge seine Forschungs- und Innovationskapazitäten im Bereich der Schmerzmittel ausbauen und Wachstumsmöglichkeiten in Europa, den USA und in Südamerika erschließen. Daneben will Grünenthal aber auch durch Zukäufe neue Produkte ins Portfolio aufnehmen.
Seit 2017 hat das Familienunternehmen rund 1,3 Milliarden Euro in Akquisitionen von etablierten Marken investiert. Erst Mitte Februar dieses Jahres hatte Grünenthal den Kauf der europäischen Rechte am Cholesterinsenker Crestor von Astra Zeneca abgeschlossen. Mitte April folgte die Übernahme des Schweizer Biotech-Unternehmens Mestex und dessen Arzneimittelkandidaten MTX-071 zur Behandlung von Kniearthrose.
Mit dem Anleiheemissionserlös über insgesamt 650 Millionen Euro finanziert Grünenthal aber zunächst keine Zukäufe, sondern löst teilweise bestehende Verbindlichkeiten ab. Darunter fallen verschiedene Finanzierungsinstrumente.
Welche das sind, erfahren Sie im vollständigen Artikel des E-Magazins 10-2021.
Sabine Paulus ist Redakteurin bei DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Finanzierung, Fintechs sowie Personal und Organisation im Treasury.

