TMS-Anbieter bauen Software-Updates

25.10.17 08:27

Neue Vorgaben für das Emir-Reporting ab 1. November

Von Desiree Backhaus

Ab kommender Woche müssen Treasurer ihre Emir-Meldungen mit weiteren Daten befüllen, auch das Format ändert sich. Ein Kraftakt vor allem für Banken und TMS-Anbieter.

Rawwel/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die europäische Wertpapieraufsicht Esma will die Qualität der Emir-Reports verbessern und sammelt dafür künftig noch mehr Daten.

Endspurt für Treasurer, TMS-Anbieter und Banken: Kommende Woche treten die umfangreichsten Änderungen beim Emir-Reporting seit Beginn der Meldepflicht im Februar 2014 in Kraft. Denn ab dem 1. November gelten die neuen technischen Regulierungsstandards (RTS) der EU-Wertpapieraufsicht Esma. Inhalt und Formate der gemäß Emir gemeldeten Derivatetransaktionen wurden dabei grundsätzlich überarbeitet, mit dem Ziel, die Datenqualität zu verbessern.

Die Zahl der Meldefelder steigt deutlich von derzeit 85 auf dann 129 Felder. Einige Felder werden zudem umbenannt. Die Erweiterungen betreffen insbesondere das Reporting von Sicherheiten („Collaterals“) und Bewertungen sowie Assetklassen-spezifische Meldefelder. „Für Corporates relevant ist etwa, dass Komponenten komplexer Derivate - dazu zählen eigentlich schon FX-Swaps - künftig gesondert gemeldet werden müssen“, sagt Adrian Obhof von der Beratung d-fine. „Hier muss sich noch ein Marktstandard bilden.“

Transaktionsregister passen Formate für Emir-Meldungen an

Umstellungsaufwand entsteht vor allem dadurch, dass Transaktionsregister in den vergangenen Wochen ihre Templates angepasst haben. DTCC etwa beendet die Unterstützung von OTC Lite, alle Kunden müssen ab Anfang November auf das neue Produkt EU Lite wechseln.

Wer seine Derivatetransaktionen selbst manuell per Excel meldet, muss die Formatänderungen im Detail verstehen und umsetzen. Mittelständler, die ihr Reporting an Banken delegiert haben, sollten die Meldungen in den kommenden Wochen aber genau kontrollieren, rät Carsten Linker, der beim Verband Deutscher Treasurer (VDT) für das Ressort Risikomanagement zuständig ist: „Die Banken werden ihrerseits die Änderungen im Reporting berücksichtigt und umgesetzt haben, aber die Endverantwortung liegt weiter beim Corporate.“

Reform von Emir weiter offen

Konzerne, die ihre Geschäfte automatisch aus dem TMS melden, spielen in diesen Tagen die notwendigen Software-Updates auf. „Dafür gibt es eine kleine Sonderrechnung“, sagt der Treasury-Chef eines großen Mittelständlers. Insgesamt seien es jedoch weniger Lizenz- und Wartungsgebühren für Systeme als die Honorare für die Wirtschaftsprüfer, die Emir teuer machen, so der Treasurer.

Der Umstellungsaufwand ist ärgerlich, weil die EU-Kommission im Mai angeregt hatte, die Emir-Meldepflicht für nicht clearingpflichtige Firmen abzuschaffen. Der europäische Treasury-Verband EACT hatte daher an die EU appelliert, diese sogenannten NFC- von den geänderten Derivatemeldungen auszunehmen – jedoch ohne Erfolg. In der Praxis wäre diese Ausnahme auch kaum darstellbar gewesen. Schließlich ist die Abschaffung der Meldepflicht für Corporates bislang nur ein Vorschlag. Ob die EU-Kommission damit durchkommt und welche Unternehmen davon wirklich profitieren, steht heute noch nicht fest.

Backhaus[at]derTreasurer.de

Wie geht es weiter mit der geplanten Reform der Derivateregulierung? Mit unserer Themenseite Emir bleiben Sie informiert.