Proxy Hedges funktionieren nicht mehr

25.08.15 09:59

Renminbi und Rubel: die Reaktionen der Treasurer

Von Desiree Backhaus

Der chinesische Renminbi und der russische Rubel haben in den vergangenen Tagen deutlich an Wert verloren. Deutsche Treasurer sind gefordert – und stehen zum Teil vor schwierigen Entscheidungen.

Es war ein Paukenschlag: Die chinesische Zentralbank PBoC hat in der vergangenen Woche die heimische Währung mehrfach abgewertet. Innerhalb von vier Tagen verlor der Renminbi gegenüber dem US-Dollar 3,1 Prozent an Wert, gegenüber dem Euro 4,8 Prozent. Inzwischen hat sich der Kurs bei 6,40 US-Dollar aber wieder stabilisiert.

Insbesondere für deutsche Exporteure nach China, zu denen etwa die großen Automobilhersteller gehören, bringt das große Unwägbarkeiten mit sich. Sie müssen sich künftig auf mehr Volatilität bei der chinesischen Währung einstellen, für ihre Treasurer wird das Hedging wichtiger. „Spätestens jetzt sollten Unternehmen den Renminbi als eigenständige, weitgehend freischwankende Währung erkennen“, sagt Sven Jürgensen, FX-Experte bei der HSBC in Deutschland.

Proxy-Hedging beim Renminbi nicht mehr sinnvoll

Das heißt vor allem: Sogenannte Proxy-Hegdes funktionieren nicht mehr. In diesem Fall wird das Renminbi-Exposure wie das US-Dollar-Exposure behandelt und in dem Rahmen mitabgesichert. Je stärker eine Währung den Marktkräften überlassen wird, umso weniger adäquat ist dieser Ansatz.

Die meisten in China tätigen deutschen Unternehmen, die DerTreasurer kontaktiert hat, sehen sich für diese neue Welt gut gerüstet. Viele sichern das Kursänderungsrisiko mit klassischen Forwards oder Non deliverable Forwards (NDF) ab. Einschränkungen erleben sie dabei keine, was der HSBC-Banker Jürgensen bestätigt: „Dank der Liberalisierung ist inzwischen ausreichend Liquidität auf den Märkten vorhanden. Treasurern stehen die verschiedensten Instrumente und Laufzeiten zur Kurssicherung zur Verfügung.“ Auch die Absicherungskosten sind überschaubar – zumindest im Vergleich zu anderen Schwellenländerwährungen wie etwa dem russischen Rubel.

Rubel bricht erneut ein

Der hat in den vergangenen Monaten wieder deutlich an Wert verloren. Nach der extremen Abwertung Ende 2014, als man für 1 Euro 90 Rubel bekam, hatte sich der Kurs im Frühjahr erholt und war sogar unter 55 Euro gefallen. Inzwischen ist er aber wieder auf 80 Euro hochgeschnellt. Einige deutsche Firmen wie Adidas, Henkel oder Metro hatten aufgrund der Verwerfungen deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Aus Kostengründen hatten aber die wenigstens den Rubel abgesichert.

Wie deutsche Unternehmen jetzt mit dem Thema Rubel-Hedging umgehen und wie das neue Wechselkursregime in China funktioniert, das lesen Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer.

backhaus[at]derTreasurer.de