Schwungvolles zweites Halbjahr am Schuldscheinmarkt 2025

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Nach einem sehr schwachen Auftaktquartal hat sich der Schuldscheinmarkt im Jahresverlauf 2025 noch berappelt: Am Ende lag das insgesamt emittierte Volumen mit 21,77 Milliarden Euro rund 10 Prozent über dem Vorjahresniveau in Höhe von knapp 20 Milliarden Euro. Dies geht aus dem neuen Schuldschein-Update hervor, das das Datenanalysehaus LSEG exklusiv für die DerTreasurer-Schwesterpublikation FINANCE aufbereitet.

Dazu trug ein lebhaftes viertes Quartal bei: So wurden in den Monaten Oktober bis Dezember Schuldscheine über insgesamt knapp 7 Milliarden Euro neu platziert, was in etwa dem Niveau des Vorquartals entspricht. Die größten Transaktionen stammten von der Zentralgesellschaft der Edeka-Gruppe sowie dem Klinikbetreiber Asklepios mit jeweils 600 Millionen Euro.

„Der Schuldscheinmarkt hat die Erwartungen übertreffen können“, sagt Klaus Pahle, Head of Schuldschein-Syndicate der ING in Deutschland. Trotz einer spürbaren Zurückhaltung zum Jahresbeginn aufgrund von politischen Unsicherheiten sowie einer schwachen Konjunktur, insbesondere in Deutschland, habe die Emissionstätigkeit ab Mitte des Jahres und zum Jahresende 2025 deutlich angezogen, so Pahle.

Corporate-Bondmarkt boomt

Das Ergebnis ist auch deshalb bemerkenswert, da der europäische Corporate-Bondmarkt 2025 mit rund 550 Milliarden Euro einen neuen Emissionsrekord verzeichnete. „Die nachhaltig stabilen Anleihemärkte boten Emittenten, die mit einem expliziten Investmentgrade-Rating aufwarten konnten, durchgehend günstigere Finanzierungskosten als der Schuldscheinmarkt“, so Carsten Lohle, Co-Leiter DCM der Unternehmensbank der Deutschen Bank.

Laut ING-Banker Pahle seien Anleihen für Unternehmen im BBB-Bereich im Schnitt rund 30 bis 40 Basispunkte attraktiver bepreist gewesen als Schuldscheine. Bei Letzteren habe es konditionsseitig im vergangenen Jahr übrigens kaum Bewegung gegeben. So lag das Pricing für Unternehmen mit einem angenommenen BBB-Rating für einen fünfjährigen Schuldschein laut Lohle im Schnitt bei Mid Swap plus 150 Basispunkten. Insgesamt wurden laut LSEG im vergangenen Jahr 98 neue Schuldscheine platziert, 2024 waren es 93.

Optimistischer Ausblick für Schuldscheinmarkt 2026

Nach Einschätzung von Pahle wird der Schuldschein 2026 im Wachstumsmodus bleiben: „Volumentechnisch erwarten wir einen Anstieg auf über 25 Milliarden Euro, insbesondere getrieben durch die Internationalisierung der Emittentenbasis.“

Bei den Bookrunners führte auch 2025 kein Weg an der LBBW vorbei. Mit einem Marktanteil von knapp 24 Prozent (46 Deals) liegt sie mit großem Abstand auf Platz 1. Das Verfolgerfeld wird mit der Helaba (11 Prozent/27 Deals) ebenfalls von einer Landesbank angeführt. Auf Rang 3 folgt die Commerzbank, knapp dahinter liegen Unicredit, DZ Bank, BNP Paribas sowie die BayernLB.

Philipp Hafner ist Redakteur bei DerTreasurer und FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Zuvor arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.