Der sauerländische Hersteller professioneller Lichtlösungen Trilux hat ein neues Treasury Management System (TMS) eingeführt. Ziel war es vor allem, im Bereich Liquiditätsplanung besser zu werden, verrät Treasury-Chef Christian Wolf: „Wir hatten bis dato eine White-Lable-Lösung im Einsatz, die in das Online-Banking einer Großbank eingebunden war. Das hatte Vorteile, etwa in der Disposition von Konten, bei der Liquiditätsplanung war es aber zu umständlich und sehr Excel-lastig.“
Insbesondere während der Corona-Pandemie sei das Bestandssystem an seine Grenzen gestoßen: „Aufgrund der enormen Unsicherheiten mussten die Liquiditätspläne ständig angepasst werden. Bei rund 30 Tochtergesellschaften, deren Zahlen zentral bei uns konsolidiert werden, war das einfach nicht mehr darstellbar.“
Treasury-Beratung SLG unterstützt
Bei der Auswahl des neuen TMS wurde Trilux von SLG Treasury unterstützt. „Die haben einen tollen Prozess aufgesetzt und sind sehr methodisch vorgegangen“, sagt Wolf, der im November 2021 von der HSBC zu Trilux kam. „Für mich war es die erste Erfahrung auf der Unternehmensseite, insofern war ich für externe Hilfe bei so einem komplexen Projekt dankbar.“
Im ersten Schritt wurde ein interner Workshop organisiert, um sich ein Bild von der bestehenden IT-Infrastruktur zu machen. „Wir haben dafür Kollegen aus IT, Buchhaltung und Controlling hinzugeholt, um uns überhaupt klar zu werden, welche Schnittstellen es zu anderen Systemen gibt und wie ein neues TMS sich darin optimal einfügen muss“, erklärt Wolf.
Darauf aufbauend wurden die konkreten Anforderungen festgelegt. Ein Pain Point sei in der Vergangenheit vor allem die Datenüberführung aus dem Controlling gewesen: „Es war zum Beispiel sehr aufwendig und fehleranfällig, mittels Excel die GuV-Planungswerte in ein korrektes Zahlungsprofil im Liquiditätsplan zu transferieren. Bei falschen Verlinkungen oder Formeln musste man sich auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen begeben.“
Trilux-Treasury entscheidet sich für Nomentia
SLG habe daraufhin eine dezidierte Shortlist mit rund zehn Systemanbietern erstellt, die die jeweiligen Vor- und Nachteile beleuchtete. „Es gab dann diverse Termine mit Live-Demos, was enorm hilfreich ist, um ein erstes Gefühl für die Systeme zu bekommen“, betont Wolf. Diejenigen Häuser, bei denen dieser erste Eindruck passte, forderte SLG anschließend zur Angebotsabgabe (Request for Proposal, Rf P) auf. „Dadurch konnten wir einschätzen, welche Versprechungen der Vertriebler wirklich Hand und Fuß haben.“
Am Ende ging aus dem „Beauty Contest“ Nomentia als Sieger hervor: „Wir sind sehr zufrieden, denn das System passt tatsächlich sehr gut zu Trilux“, so Wolf. Dass zwischen SLG und Nomentia durch den Zukauf von Tipco (ehemals SLG) eine Verbindung besteht, sei bei der Entscheidung kein Thema gewesen: „SLG hat das ganz transparent kommuniziert und klargestellt, dass sie davon keinen Vorteil haben.“
Treasurer Christian Wolf ist zufrieden
Insgesamt seien vom ersten Workshop im April 2022 bis zur Entscheidung rund sechs Monate vergangen. „Auch die Implementierung ging zügig vonstatten, wir konnten noch Ende 2022 mit der neuen Liquiditätsplanung starten.“ Weitere Module wurden dann Anfang 2023 ausgerollt, etwa mit Blick auf das Management von Avalen und Derivaten.
Das Cash Management lief hingegen noch längere Zeit über das bestehende „Bankensystem“. „Inzwischen hat Nomentia jedoch auch in diesem Modul einige Weiterentwicklung realisiert, die uns sehr gut gefallen, so dass wir jetzt auch dieses Modul sukzessive in der gesamten Gruppe ausrollen.“
Von der neuen Liquiditätsplanung ist Wolf sehr angetan: „Wir konnten einen hochgradig manuellen Prozess in weiten Teilen automatisieren, was uns viel Zeit für anderweitige Aufgaben verschafft.“ Die von Nomentia für Trilux aufgesetzte „Übersetzungsmaschine“ der Controlling-Pläne in liquiditätsrelevante Zahlen habe auch die Qualität der Finanzplanung weiter gesteigert: „Die Ist- und Plankurven sind inzwischen wirklich sehr nahe beieinander, was im Hinblick auf die Qualität der Gesamtbudgetplanung und damit auch das Vertrauen der Kernbanken der Trilux-Gruppe eine gewichtige Rolle spielt.“
Philipp Hafner ist Redakteur bei DerTreasurer und FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Zuvor arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.

