Den Mitarbeitern von Adva Optical Networking, einem Mittelständler aus Meiningen, war schon deutlich früher als vielen anderen klar, dass das Coronavirus nicht zu unterschätzen ist. Der Grund dafür ist ein geographischer: Das Unternehmen ist spezialisiert auf glasfaserbasierte Übertragungstechnik – und produziert unter anderem in Wuhan.
„Die Stadt ist ein globales Zentrum der Optoelektronik“, erklärt Steven Williams, Director Treasury und Investor Relations bei Adva. Aufgrund der Werksschließungen und Ausgangssperren, mit denen das Virus in der chinesischen Großstadt bekämpft werden sollte, fürchteten Williams und sein Team Lieferschwierigkeiten und Umsatzausfälle.
Das Unternehmen fährt zwar schon seit einiger Zeit eine Deglobalisierungsstrategie und holt die Produktion verstärkt zurück nach Europa. „Lieferengpässe hätten uns dennoch empfindlich getroffen“, erinnert er sich. „Die Liquiditätssicherung in dieser ungewissen Lage war deshalb unser oberstes Ziel.“
DerTreasurer-Themenseiten
Adva hat sich für Extremszenarien gerüstet
Anfang Februar ging das Treasury deshalb in die Gespräche mit den Banken. Das Team wollte sich frisches Fremdkapital sichern, um mögliche Cash-Engpässe überbrücken zu können. „Wir hatten analysiert, was eine Standortschließung – egal wo – für uns und für unsere Financial Covenants bedeuten würde“, erklärt er. Das Ergebnis: Im Extremfall könnte es bei einigen Kennzahlen knapp werden.
Welche Konsequenzen der Treasurer aus diesen Analysen zog und welche Liquiditätsquellen Adva anzapfte, lesen Sie im E-Magazin 24/2020 von DerTreasurer.
Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.


