Die Sommerpause ist vorbei, am Anleihemarkt ist einiges los. Am gestrigen Dienstag hat neben anderen Emittenten auch Volkswagen den Markt angezapft. Der Wolfsburger Autokonzern platzierte Green Hybrid Bonds und sammelten so 1,75 Milliarden Euro ein. Zuletzt hatte es eine mehrwöchige Sommerpause gegeben. „Bei Hybridanleihen gab es sogar eine Pause von drei Monaten, zuletzt war hier Vodafone am 25. Mai aktiv“, kommentiert Matthias Schell, Bondanalyst der LBBW. Heute folgte direkt Telefónica Europe ebenfalls mit einem Green Hybrid Bond.
Die VW-Transaktion wurde nach Angaben der Nachrichtenplattform „Global Capital“ von BNP Paribas, Citi, Commerzbank, Mizuho and Santander begleitet: Sie teilt sich in zwei Tranchen auf: Eines der Papiere mit unendlicher Laufzeit kann erstmals nach fünf Jahren getilgt werden und hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro. Die zweite Tranche hat ein erstes Call-Datum nach neun Jahren. Damit hat der Konzern 750 Milliarden Euro eingesammelt.
„Aufgrund der Nachrangigkeit werden die VW-Hybride zwei Stufen unter dem Unternehmensrating eingestuft, liegen damit aber immer noch im Investmentgrade“, kommentiert Experte Schell.
VW konnte unter der Vermarktungsspanne platzieren
Die Kupons liegen damit auf einem hohen Niveau, das sonst nur Bonds im High-Yield-Bereich bieten. Platziert wurde die kürzere Tranche mit einem Kupon von 7,5 Prozent, die längere mit 7,875 Prozent. Die Nachfrage nach den Papieren war groß, sie waren mehrfach überzeichnet. Die Orderbücher lagen laut Global Capital bei 3,8 beziehungsweise 5,3 Milliarden Euro – die längere Laufzeit also noch beliebter.
Deshalb hat Volkswagen die Tranchen unterhalb der Vermarktungsspanne platzieren können. Gestartet war der Autobauer laut GC bei der kürzeren Tranche mit 7,875 Prozent, die längere wurde zwischen 8,375 und 8,5 Prozent angeboten.
Aktiver Corporate-Bondmarkt
Volkswagen war nicht das einzige deutsche Haus, das den Bondmarkt anzapfte. Auch die KfW hat in der vergangenen Woche bereits 4 Milliarden Euro eingesammelt. „Der Bondmarkt ist offen und aufnahmefähig“, sagt HSBC-Bondexperte Ingo Nolden zur aktuellen Marktentwicklung. In den vergangenen vier Wochen habe sich eine Beruhigung nach volatilen Monaten eingestellt. Die Stimmung sei latent positiv. Auch wenn bestimmte Branchen, wie etwa die Immobilienbranche, weiterhin kritisch beäugt werden.
