Request to Pay: DZ Bank kommt wichtigen Schritt voran

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Nachdem die DZ Bank im Oktober vergangenen Jahres die Zusammenarbeit mit der Request-to-Pay-Plattform Paycy, eine White-Label-Plattform des Software- und Beratungshauses PPI, verkündet hat, wurde nun die erste Transaktion über die Plattform ausgeführt. Das gab das Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken in einer Mitteilung bekannt.

Dabei habe „eine Kundin der Volksbank Mittelhessen ihren Versicherungsvertrag bei der R+V erstmals komplett elektronisch beglichen“, heißt es in der Mitteilung. Demnach hat die R+V eine Zahlungsanforderung bei der DZ Bank eingereicht, die über Paycy an die Volksbank Mittelhessen geschickt wurde. Die Kundin konnte die Zahlung dann in ihrem Online-Banking freigeben. Laut der Bank habe der Gesamtprozess nur wenige Sekunden gedauert. Ein weiterer Vorteil: „Alle Details zur Rechnung sind im Online-Banking hinterlegt und können jederzeit eingesehen werden.“

Thomas Ullrich, Vorstand der DZ Bank, freut sich über die Transaktion: „Request-to-Pay wird perspektivisch der neue Standard im europäischen Zahlungsverkehr sein.” Er sei überzeugt davon, dass sich Wettbewerber in ganz Europa dem europäischen Verfahren anschließen würden, „um zügig Reichweite zu erzeugen”.

DZ Bank musste erst Vertragswerk aufstellen

Auf die Frage, warum es bis zur ersten R2P-Transaktion immerhin rund ein Jahr gedauert hat, antwortet die Bank gegenüber DerTreasurer, dass neue Funktionen im Onlinebanking und der Banking-App sowie bei den Firmenkunden-Lösungen und -Schnittstellen erst hinterlegt werden mussten. Zudem musste die DZ Bank erstmal die vertraglichen Grundlagen für den Deal schaffen. R+V musste ebenfalls auf der Firmenkundenseite ein eigenes Projekt aufsetzen, um die internen Prozesse und Systeme entsprechend vorzubereiten.

Dennoch betonte die Bank, dass das Thema vergleichsweise schnell an den Start gebracht wurde. Bisher hat Request to pay noch nicht viel Schwung aufgenommen. Der offizielle Startschuss für die technische Umsetzung der beteiligten Dienstleister war im September 2022. Die DZ Bank gehört laut eigenen Aussagen damit zu den ersten Anbietern in Europa, deren Kunden Rechnungen auf diese Weise begleichen können.

Weitere Banken sollen Paycy nutzen können

Die Genossenschaftsbank und R+V planen nun eine Pilotphase bis Mitte 2024, an der acht weitere Genossenschaftsbanken ebenfalls teilnehmen werden. „Anschließend ist geplant, das Angebot allen Kunden der Genossenschaftsbanken – sowohl Firmenkunden als auch Privatkunden – zur Verfügung zu stellen“, so die DZ Bank. Generell sollen sich künftig auch andere Banken der Paycy-Plattform anschließen können, die DZ Bank sei aber der erste Nutzer.

Durch die Tatsache, das Instant Payments ab nächstes Jahr verpflichtend werden sollen, könnte auch die Zahlungsaufforderung Request to Pay einen Schub bekommen. Noch wird R2P in der Breite eher wenig genutzt. Hier lesen Sie, wie das Verfahren genau funktioniert.

s.backhaus[at]dertreasurer.de

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.