Das Bahntechnikunternehmen Vossloh aus dem sauerländischen Werdohl hat einen neuen Schuldschein über 600 Millionen Euro platziert. Das Darlehen umfasst Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren, die sowohl fest als auch variabel verzinst sind.
Mit den Erlösen will das Unternehmen insbesondere den Kaufpreis für den französischen Betonschwellenhersteller Sateba in Höhe von 450 Millionen Euro refinanzieren. Für Vossloh ist es der größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Angekündigt hatten die Sauerländer den M&A-Deal bereits Ende Juli 2024, am 1. Oktober 2025 erfolgte das Closing.
Die Finanzierung der Akquisition stemmte Vossloh unter anderem mit einer Kapitalerhöhung über netto 71 Millionen Euro, die bereits im November 2024 erfolgte. Hinzu kamen ein langfristiges Darlehen in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro und eine Brückenfinanzierung, um den Rest des Kaufpreises zu finanzieren.
Wie Thomas Triska, CFO von Vossloh, im März im Interview mit unserer Schwesterpublikation FINANCE berichtete, plante das Unternehmen schon damals, die Brückenfinanzierung frühzeitig in den ersten Monaten nach dem Closing abzulösen. „Unser bislang präferiertes Instrument dafür sind Schuldscheindarlehen. Aber wir schauen uns auch andere Optionen an“, teilte Triska damals mit.
Vossloh konnte das Platzierungsvolumen erhöhen
Mit dem nun zwei Monate nach dem Closing platzierten Schuldschein wurde die Ablösung der Brückenfinanzierung in die Tat umgesetzt. Aufgrund der hohen Nachfrage und der „attraktiven“ Konditionen konnte Vossloh das Platzierungsvolumen sogar deutlich auf 600 Millionen Euro ausweiten, heißt es in der Pressemitteilung zur Transaktion. So könnten nun neben der Brückenfinanzierung auch das langfristige Darlehen sowie weitere demnächst fällige finanzielle Verpflichtungen vollständig mit dem Schuldschein refinanziert werden.
„Damit schließen wir die Refinanzierung des Erwerbs von Sateba ab, optimieren unser Fälligkeitsprofil und sichern langfristig attraktive Konditionen“, wird CFO Triska zitiert. Für die Ablösung der Brückenfinanzierung und eines Großteils des langfristigen Darlehens sei ein erster Teil der Schuldscheine bereits am 28. November an Vossloh ausgezahlt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Eine zweite Auszahlung soll im Februar 2026 erfolgen. Joint Lead Arranger der Transaktion waren BayernLB, LBBW und SEB.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.

