Future FINANCE Festival rückt KI und Karriere in den Fokus

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Künstliche Intelligenz, neue Technologien, Cyberrisiken und wirtschaftlicher Veränderungsdruck: Die Finanzabteilungen stehen vor großen Aufgaben. Beim Future FINANCE Festival 2026 wurde deutlich, dass es dabei nicht nur um Tools und Prozesse geht. Genauso wichtig sind gute Kommunikation, Verantwortung, Vertrauen und der Mut, Neues auszuprobieren.

Insgesamt kamen rund 400 Besucherinnen und Besucher am vergangenen Donnerstag in der Kölner „Halle Tor 2“ zusammen. In Keynotes, Breakout Sessions, beim Speed-Networking und erstmals auch in einem Live-Podcast ging es um jene Themen, die junge Finanzprofis derzeit bewegen.

KI als Chance: Sascha Lobo mahnt zum Handeln

Den Auftakt machte Sascha Lobo. Der Autor, Podcaster, Digitalexperte und Unternehmer sprach darüber, wie Künstliche Intelligenz die Welt verändert und was dies für Unternehmen und Finanzabteilungen bedeutet.

Lobo machte deutlich, wie rasant sich die Technologie derzeit weiterentwickelt. Unternehmen müssten KI demnach ernster nehmen und sich unentwegt mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen, um mithalten zu können. „Man braucht eine angemessene Priorität für so einen Wandel“, betonte er.

Für Deutschland sieht Lobo KI als große Chance – und als Notwendigkeit. Die wirtschaftliche Entwicklung sei zu langsam, der Digitalisierungsschub ausgeblieben. „Wir können es uns nicht leisten, KI auszulassen“, warnte er. Gleichzeitig zeigte sich Lobo optimistisch: Hierzulande gebe es KI-Tüftlertum, das man finden und fördern müsse. Young Professionals sieht Lobo dabei in der Verantwortung, sich weiterzubilden, auszuprobieren und zu lernen.

Wir können es uns nicht leisten, KI auszulassen.”

Sascha Lobo, Autor und Podcaster

Mut zu Weiterentwicklung und Fehlern in Finance

Auch die Podiumsdiskussion „Boost Germany! Wachstum beginnt im Finance-Bereich“ griff die Frage auf, wie Deutschland wettbewerbsfähiger werden kann. Tanja Dreilich, CFO-Expertin und Aufsichtsrätin der Wieland Werke, Christian Harm, Finanzvorstand von Kion, und Eddy Henning, Firmenkundenchef der ING Deutschland, waren sich einig: Finance darf Veränderung nicht nur begleiten, sondern muss sie aktiv mitgestalten.

„Deutschland ist nicht am Ende, Deutschland ist an einem Wendepunkt“, zeigte sich Dreilich überzeugt. Damit eine digitale Wende jedoch gelingt, brauche es Finanzprofis, die neben klassischem Finanzwissen auch technisches Verständnis, Business-Know-how und Gestaltungswillen mitbringen.

Dies unterstrich auch Christian Harm bei der Frage, welche Fähigkeiten er bei Young Professionals für besonders wichtig halte: „Leute, die gutes technisches Verständnis haben, die Lust haben, zu gestalten und die kommunizieren und sich austauschen können.“ Letzteres sei ebenfalls essentiell für eine gute Zusammenarbeit.

Treasury als strategischer Taktgeber

Die Breakout Sessions, die parallel zueinander über den Tag verteilt stattfanden, griffen den Wandel in Finance aus unterschiedlichen Perspektiven auf – von Investor Relations in Zeiten von Disruption, Regulatorik und KI über Working Capital Management und Treasury-Strategien bis hin zu Unternehmensfinanzierung, Rohstoffförderung sowie neuen Finance-Prozessen.

Für Treasurer boten die Sessions konkrete Anknüpfungspunkte. Beim Thema Working Capital wurde deutlich, wie wichtig eine strategische Steuerung von Liquidität in volatilen Märkten ist – gerade angesichts steigender Zinsen und gestörter Lieferketten. Auch Geldmarktfonds und Commercial-Paper-Programme wurden als Instrumente diskutiert, mit denen Treasury-Abteilungen überschüssige Liquidität anlegen und kurzfristige Finanzierungsbedarfe flexibler decken können.

Der Blick nach vorn zeigte zudem, dass Treasury immer stärker von Technologie geprägt wird. KI-basierte Prozesse, digitale Plattformen und automatisierte Liquiditätssteuerung verändern die Anforderungen an Treasury-Teams.

Live-Podcast mit Jens Alsleben über Leadership

Wie groß der Bedarf nach Orientierung beim Thema Führung ist, zeigte der erste Live-Podcast des Future FINANCE Festivals. Im Gespräch mit Moderatorin Esra Laubach sprach Coach Jens Alsleben darüber, was junge Führungskräfte heute brauchen – von Entscheidungsfähigkeit unter Druck über Teampsychologie bis hin zu stärkenbasierter Führung.

Seine Botschaft: Wer Verantwortung übernehmen will, muss sich mit sich selbst auseinandersetzen. Denn Vertrauen entsteht nicht allein durch fachliche Kompetenz. Mitarbeitende müssen auch einschätzen können, wofür eine Führungskraft steht, wie sie entscheidet und ob sie glaubwürdig handelt. Gerade Young Professionals, die früh mehr Verantwortung übernehmen, aber darauf oft nur begrenzt vorbereitet werden, fanden in dem Gespräch viele Anknüpfungspunkte.

Jana Ringwald: Cybercrime ist Chefsache

Zum Abschluss sprach Jana Ringwald als Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main über moderne Cyberkriminalität. Sie machte deutlich, dass Cybercrime professionell organisiert, international vernetzt und wirtschaftlich motiviert ist.

Klassische Compliance reicht aus ihrer Sicht nicht aus. Deutschland sei ein bevorzugtes Ziel von Cyber-Erpressern. Unternehmen müssten daher nicht nur sensibilisiert sein, sondern sich konkret auf Angriffe vorbereiten. „Ein Unternehmen ist nicht gut geschützt, wenn es ‚aware‘ ist, sondern wenn es mit dem Angriff rechnet und sich auf ihn vorbereitet“, betonte Ringwald.

Info

Das Future FINANCE Festival geht am 24. Juni 2027 in die fünfte Runde, einmal mehr in der „Halle Tor 2“ in Köln. Melden Sie sich oder Ihre Young Professionals jetzt schon an und sichern Sie sich hier ein streng limitiertes Early-Bird-Ticket.