Negativzinsen zwingen Treasurer zu Kreativität

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Negative Zinsen auf Geldeinlagen sind auf der Liste der Probleme vieler Treasurer aus mehreren Gründen nach oben gewandert. „Negativzinsen wurden von den Geschäftsbanken zuletzt immer häufiger an die Unternehmen weitergeben, die Freibeträge werden zudem immer kleiner“, erklärt Michael Kreibich, Leiter des Bereichs Consulting für institutionelle Kunden bei Berenberg. Spätestens seit vergangenem Jahr sei die letzte Hoffnung auf Bankenseite verlorengegangen, dass Negativzinsen am kurzen Ende bald der Vergangenheit angehören könnten. Zudem haben sich Treasurer im Krisenjahr 2020 dickere Liquiditätspolster zugelegt: Je mehr Cash in der Kasse, desto schmerzhafter sind die Strafzinsen.

Auch Ulrich Zwanzger, der bei Union Investment für institutionelle Großkunden zuständig ist, spürt den steigenden Druck, die Zahl der Anfragen von Unternehmensseite wächst. „Treasurer befassen sich jetzt wieder stärker mit dem Thema, nachdem die Banken zum Jahreswechsel ihre Ansätze nochmal verschärft haben“, sagt er. Die Finanzverantwortlichen würden noch tiefer in die Analyse gehen: Welche Cash-Bestände können wie lange angelegt werden?

So versuchen Treasurer Negativzinsen zu vermeiden

„Auch beim operativen Cash wird geprüft, ob Anlagehorizonte etwas verlängert werden können, von tages- zu wochen- oder monatsweise etwa“, sagt er. Viel Spielraum gibt es dort allerdings nicht. Mehr Möglichkeiten haben Treasurer bei der strategischen Liquidität, die nicht unbedingt täglich zur Verfügung stehen muss. „Wir sprechen hier über Gelder mit einem Anlagehorizont zwischen 90 Tagen und 24 Monaten“, so der Experte.

Auf welche Anlagealternativen Treasurer setzen, ab wann sich Spezialfonds lohnen und welche Ideen ein Ex-Bayer-Treasurer hat, das erfahren Sie in der Ausgabe 04-2021 von DerTreasurer.