Die Zeit der bisherigen Referenzzinsen läuft ab.

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24.06.19
Asset Management

So wird bald der Eonia berechnet

Das European Money Markets Institute (Emmi) hat nun bekanntgegeben, wie der Referenzzins Eonia ab dem 2. Oktober 2019 berechnet werden soll.

Der Referenzzins Eonia soll ab dem 2. Oktober 2019 nach einer neuen Methode berechnet werden. Das hat das European Money Markets Institute (Emmi), das die beiden Zinssätze Euribor und Eonia publiziert, jetzt bekanntgegeben. In diesem Frühjahr hatte die Arbeitsgruppe der Europäischen Zentralbank (EZB), die an der Umstellung der Referenzzinsen in der Euro-Zone arbeitet, diesen neuen Berechnungsweg vorgeschlagen.

Ab Oktober wird von der EZB der designierte Eonia-Nachfolger Estr (vormals Ester) veröffentlicht. Erste Testberechnungen hatten gezeigt, dass dieser Zinssatz unterhalb des bisherigen Eonia liegt. Um den Marktteilnehmern den Übergang zu erleichtern, soll der Eonia ab Oktober aus dem Estr und einem festen Zinsaufschlag berechnet werden. Diesen Zinsaufschlag hat die EZB auf 8,5 Basispunkte festgelegt.

Keine Veröffentlichung des Eonia am 1. Oktober

Da der Eonia also ab dem 2. Oktober vom Estr abhängig sein wird, hat das Auswirkungen auf den Veröffentlichungszeitpunkt des Zinses. Konkret wird die EZB den Estr um 9 Uhr veröffentlichen, der neu berechnete Eonia folgt dann um 9.15 Uhr. Marktteilnehmer sollten beachten, dass es am 1. Oktober, dem Tag der Umstellung, keine Veröffentlichung des Eonia geben wird.

Marktteilnehmer sollten die Zeit ab Oktober nutzen, um Verträge und Produkte schrittweise auf den neuen Zinssatz umzustellen, denn die Tage des Eonia sind spätestens dann gezählt. Der Referenzzins wird nach dem jetzigen Stand der Dinge vom 3. Januar 2022 an nicht mehr veröffentlicht werden, da er nicht der EU-Benchmark-Verordnung entspricht, die ins Leben gerufen wurde, um Manipulationen der Referenzzinsen zukünftig zu verhindern.

André Frischemeier, Rechtsanwalt von CMS, rät dazu, bei neuen Verträgen schon jetzt auch auf die neuen Zinssätze abzustellen. „Insbesondere bei Verträgen, die über das Jahr 2021 hinaus laufen, sollten sich Treasurer nicht mehr auf den Eonia stützen“, betont er.

Koegler[at]derTreasurer.de

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