EPI will den europäischen digitalen Zahlungsverkehr verändern.

Rido - istock.adobe.com

03.09.21
Cash Management & Zahlungsverkehr

Das plant die European Payments Initiative

EPI-Chefin Martina Weimert spricht mit DerTreasurer über den Zeitplan der Initiative und welche Vorteile und Kosten sie für die Banken hat.

Die European Payments Initiative (EPI) wurde im Juli 2020 ins Leben gerufen. Sie will den US-Schwergewichten Apple Pay, Google, Paypal, Visa und Mastercard eine europäische Lösung für den elektronischen Zahlungsverkehr entgegensetzen. 19 Banken, ein Konsortium von zwölf kleineren Banken, sowie die Zahlungsdienstleister Worldline und Nets haben sich der Initiative angeschlossen.

Noch gibt es nur eine Übergangsgesellschaft, die von der früheren Oliver-Wyman-Beraterin Martina Weimert geleitet wird. Aber schon Anfang nächsten Jahres sollen die ersten Use Cases im Bereich Person to Person (P2P) live gehen, erklärt die EPI-Chefin im Interview mit DerTreasurer: „Bis 2024 soll die Lösung dann vollständig in Europa etabliert werden“, also auch im stationären Handel und im E-Commerce. So sieht es der Business Plan vor, den EPI den teilnehmenden Banken vor wenigen Tagen vorgelegt hat.

„Jetzt entscheiden die Aktionäre darüber, ob wir in die praktische Phase übergehen.“ Die Entscheidung, ob EPI an den Start geht, soll im Herbst fallen, ein genaues Datum gibt es noch nicht.

 

 

Das will EPI anbieten

Die Details der Bezahllösung stehen auch schon fest: Zum einen soll es eine Debit- und Kreditkarte geben, mit der Nutzer europaweit kontaktlos bezahlen können. Zum anderen soll eine „Wallet App“ aufgesetzt werden, die es erlauben wird, die Karten zu digitalisieren und die auf Instant Payments aufbauende Zusatzdienstleistungen anzubieten. Mit ihr erhalten Verbraucher einen Überblick über Ausgaben, können bezahlen und Einkäufe finanzieren. „Instant Financing bedeutet, dass der Kunde entscheiden kann, ob er den Kauf auf Rechnung oder durch einen Kredit seiner Bank finanzieren will.“ Weil die App direkt mit der Hausbank verknüpft sei, müssten keine weiteren Daten eigegeben werden.

„Das ist der USP von EPI: Der Konsument bekommt alles aus einer Hand, das sorgt für mehr Transparenz und Sicherheit.“ Die Händler hätten den Vorteil, dass die Lösung leichter zu integrieren sei als bestehende Bezahlverfahren.

Die Umsetzung ist aber auch mit Aufwand verbunden. Die teilnehmenden Banken rechnen für die kommenden vier Jahre laut „Handelsblatt“ mit Kosten von bis zu 4,2 Milliarden Euro. EPI-Chefin Weimert meint, dass die Summe „eindeutig geringer“ sei. Wie viel genau, wollte sie nicht sagen. Sie räumt aber ein: „Es wird wohl über zehn Jahre dauern, bis die Aktionäre die Investitionen wieder eingespielt haben.“ Dass EPI an den Kosten scheitert, glaubt Weimert aber nicht.

s.backhaus[at]dertreasurer.de