Um die Deutsche Wohnen zu übernehmen, hat sich Vonovia einen Bridge Loan gesichert.

Vonovia

07.06.21
Finanzen & Bilanzen

Deutsche-Wohnen-Übernahme: Vonovia sichert sich Brückenkredit

Vonovia hat sich einen Brückenkredit für die Deutsche-Wohnen-Übernahme gesichert. Die Akquisitionsfinanzierung ist 22,4 Milliarden Euro schwer. Das sind die Details:

Es wäre der Mega-Deal in der deutschen Immobilienbranche: Vonovia will den Wettbewerber Deutsche Wohnen übernehmen. Für die Transaktion will Vonovia inklusive Dividende je Aktie 53,03 Euro auf den Tisch legen. Das entspricht einer Eigenkapitalbewertung für Deutsche Wohnen von 18 Milliarden Euro.

Der Deal ist durch eine Akquisitionsfinanzierung von 22,4 Milliarden Euro sichergestellt. Davon sollen 21,9 Milliarden Euro für die Übernahme genutzt werden und der Rest als zusätzliches „Polster“ dienen.

Vonovia: Kredit-Syndizierung wurde noch nicht umgesetzt

Das Finanzpaket beinhaltet auch die Ablösung von Wandelanleihen von Deutsche Wohnen, deren Inhaber über eine Change-of-Control-Klausel verfügen. Die Verschuldung von Deutsche Wohnen lag Ende März 2021 bei 11,8 Milliarden Euro. Davon sollen 6,4 Milliarden Euro Finanzverbindlichkeiten auf Vonovia umgeschuldet werden.

Das Geld zur Akquisitionsfinanzierung stammt aus einem Bridge Loan, wie Vonovia gegenüber DerTreasurer bestätigt. Die Laufzeit des Kredits gibt der Immobilienkonzern nicht bekannt, nur so viel: „Wir möchten die Finanzierung möglichst schnell ablösen. Wir sind dabei aber nicht fremdbestimmt, sondern gehen hier opportunistisch vor“, teilt ein Unternehmenssprecher mit. Als Underwriter fungieren Société Générale, Morgan Stanley und Bank of America Merrill Lynch. Eine Syndizierung sei grundsätzlich vorgesehen, aber noch nicht umgesetzt.

Das sind Vonovias Refinanzierungspläne

Das Closing des Deals soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Die geplante Refinanzierung des Bridge Loans sieht dann laut Vonovia so aus: Bis zu 8 Milliarden Euro sollen durch eine Kapitalerhöhung eingeworben werden, weitere 6 bis 8 Milliarden Euro durch Anleihen und Hybrids. Zudem plant der Immobilienriese mehrere Veräußerungen, unter anderem könnten rund 20.000 Wohneinheiten an die Stadt Berlin verkauft werden.

Wobei zu beachten sei: „Die Annahmequote und auch die anstehende Rating-Bewertung im zweiten Halbjahr wirken sich mitunter auf die Höhe der einzelnen Instrumente aus.“ Für den Vollzug liegt die Mindest-Annahmeschwelle mit 50 Prozent aber sehr gering. Vonovia erwartet, dass die Kredit-Ratings mit BBB+ (S&P), A3 (Moody's) und A- (Scope) solide im Investmentgrade-Bereich bleiben werden.

s.backhaus[at]dertreasurer.de