Der Autovermieter Sixt hat einen Schuldschein in Höhe von 450 Millionen Euro platziert – das ist der größte Schuldschein des Unternehmens bislang. „In nennenswerter Größe waren wir seit 2019 nicht mehr am Schuldscheinmarkt aktiv“, berichtet Franz Weinberger, Head of Corporate Finance bei Sixt. „Dies sowie das aktuell volatile Bondmarktumfeld haben den Ausschlag für den Schuldscheinmarkt gegeben.“
Die Tranchen des Schuldscheins haben Laufzeiten von drei, fünf und Sixt sieben Jahren und jeweils ein Volumen von 45 Millionen, 305 Millionen und 100 Millionen Euro. Das Orderbuch war mit 750 Millionen Euro überzeichnet, teilte das Unternehmen mit. Der Schuldschein wurde bei institutionellen Investoren im In- und Ausland platziert.
Sixt: Pricing am unterste Ende der Preisspanne
Das konkrete Pricing kommentiert Sixt nicht, allerding seien sämtliche Tranchen aufgrund der starken Nachfrage am untersten Ende der veröffentlichten Preisspannen platziert worden, so Weinberger. Die Transaktion wurde von BayernLB, DZ Bank und Unicredit arrangiert. Die eingeworbenen Gelder will Sixt für allgemeine Unternehmenszwecke und die Finanzierung der Wachstumsagenda, insbesondere für die Finanzierung des Fuhrparks, nutzen.
Es gebe auch Überlegungen, künftig eine ESG-Komponente in Finanzierungen zu integrieren, erläutert der Head of Corporate Finance. „Als Autovermieter wäre hier insbesondere die Investition in Elektrofahrzeuge eine Möglichkeit. Das wird für uns voraussichtlich dann relevant, wenn uns Elektrofahrzeuge in noch größerem Ausmaß zur Verfügung stehen.“
Ob es in nächster Zeit weitere Transaktionen geben wird, ist noch offen: „Grundsätzlich sind wir mit der aktuellen Kapitalausstattung und einem Financial Headroom von rund 2 Milliarden Euro sehr zufrieden und sehr gut aufgestellt“, erklärt Weinberger. „Weitere Transaktionen hängen zudem sehr stark von der Verfügbarkeit von Fahrzeugen ab. Die vergangenen beiden Jahre waren sehr stark davon geprägt, dass aufgrund des Chipmangels zu wenige Fahrzeuge produziert wurden. Dies scheint sich jedoch aktuell zu ändern.“
Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.

