Deka Bank und DZ Bank experimentieren mit der Blockchain und dem digitalen Euro. Sie haben mithilfe der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zwei digitale Anleihen im Wert von jeweils 5 Millionen Euro begeben. Die beiden Anleihen werden vollständig auf DLT verarbeitet und sind die ersten institutionellen Emissionen dieser Art in Deutschland, die mit digitalem Zentralbankgeld abgewickelt werden.
Die Prozesse der Anfang der Woche emittierten Anleihen laufen vollständig über die Plattform D7 DLT der Deutschen Börse. Die Schuldverschreibungen werden über DLT begeben und auch die Übertragung der Gelder erfolgt Blockchain-basiert mithilfe von digitalem Zentralbankgeld. Damit sind Emission, Distribution, Abwicklung und der Lebenszyklus einer Anleihe erstmals vollständig digital abgebildet.
DZ Bank und Deka Bank fungierten bei den Transaktionen jeweils gegenseitig als Emittent und Investor. Clearstream agierte als DLT-Marktbetreiber und stellte die technische Infrastruktur seiner digitalen Wertpapierplattform D7 bereit, die der Zentralverwahrer zusammen mit Google Cloud entwickelt hat.
Die Emissionen fanden im Rahmen von Tests der Europäischen Zentralbank statt, die das Potential der Blockchain-Technologie für die Abwicklung von Zentralbankgeld im Großkundengeschäft untersuchen sollen. Für die Tests wird echtes Zentralbankgeld verwendet. Die Pilottransaktionen finden im Rahmen der Entwicklung des digitalen Euros statt.
KfW begibt ersten Krypto-Bond
Neben Deka Bank und DZ Bank ist auch die Förderbank KfW als Emittentin Teil der Testgruppe und plant die Emission einer Blockchain-basierten Anleihe mit digitalisierten Zahlungsströmen. Wie im Mai im Pressegespräch angekündigt, begab die KfW am Dienstag jedoch zunächst ihren ersten Krypto-Bond unter dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG), bei dem die Begebung Blockchain-basiert erfolgte, die Zahlungen aber weiterhin auf klassischem Wege, also „off chain“, unter der Nutzung der etablierten Zahlungssysteme abgewickelt wurden. Die KfW ist die erste Emittentin eines solchen syndizierten Krypto-Wertpapiers gemäß eWpG.
Die Anleihe hat ein Volumen von 100 Millionen Euro, läuft bis Dezember 2025 und wird mit 3,125 Prozent verzinst. Union Investment fungierte bei der Emission als Ankerinvestor. Das Bankenkonsortium bestand aus DZ Bank, Deutscher Bank, LBBW und dem Bankhaus Metzler.
Banken nutzen Trigger Solution der Bundesbank
Für den nächsten Schritt, die Digitalisierung der Zahlungsströme, möchte die KfW zukünftig die Trigger Solution der Deutschen Bundesbank nutzen. Diese verbindet DLT-basierte Wertpapierplattformen mit den traditionellen europäischen Zahlungssystemen. Auch Clearstream, Deka Bank und DZ Bank haben bei ihrer Transaktion die Lösung der Bundesbank genutzt, um die Wertpapierplattform D7 mit dem Target2-Zahlungsystem zu verknüpfen. Die Abwicklung der Anleihen kann so ohne Umbrüche im Zahlungssystem widergespiegelt werden.
Die Testläufe der EZB enden im November. Bald könnte sich zeigen, ob digitale Anleihen für Corporate Treasurer interessant werden können.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.

