Sven Schneider, früherer Treasury-Chef und seit Frühjahr 2017 CFO des Münchener Industriegasekonzerns soll Vorstandssprecher und Arbeitsdirektor der Linde AG werden.

Linde

06.12.18
Persönlich & Personal

Ex-Treasurer Sven Schneider wird Linde-Vorstandssprecher

Der frühere Treasury-Chef Sven Schneider wird im kommenden Jahr Vorstandssprecher der Linde AG. Damit erhält der bisherige CFO eine wichtige Rolle, allerdings dürfte es ein kurzes Intermezzo werden.

Die Linde AG, eine Tochter der Linde plc., ordnet ihren Vorstand neu. Sven Schneider, früherer Treasury-Chef und seit Frühjahr 2017 CFO des Münchener Industriegasekonzerns soll Vorstandssprecher und Arbeitsdirektor werden. Er werde sein neues Amt antreten, sobald die Linde AG die US-Auflagen für die Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair erfüllt habe, teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag mit.

Das dürfte spätestens in eineinhalb Monaten der Fall sein, denn die Münchener müssen bis Ende Januar noch einige Anlagen in den USA verkaufen. Bis dahin müssen beide Konzerne ihre Geschäfte getrennt weiterführen. Das schreibt die sogenannte Hold Separate Order vor, mit der sich Linde im Oktober die Zustimmung der amerikanischen Kartellbehörde zur Fusion von Linde und Praxair sicherte.

Ex-Treasurer Schneider integriert Linde

Sven Schneider, der bereits seit über 20 Jahren für die Münchener tätig ist und seit April 2011 das Treasury leitete, wird nun die Aufgabe haben, die Linde AG in den fusionierten Konzern zu integrieren. Damit dürfte er seine eigene Position über kurz oder lang überflüssig machen. Denn die Linde AG wird es bald nicht mehr geben und das Sagen haben dann die Manager in Danbury und Dublin.

Bereits seit 31. Oktober werden die Aktien der Mutter Linde plc an der Börse gehandelt. Praxair gehört bereits zu 100 Prozent der Linde plc, die deutsche Gesellschaft Linde AG dagegen erst zu 92 Prozent. In der kommenden Woche soll deshalb auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Squeeze-Out und die anschließende Verschmelzung der AG auf die plc beschlossen werden. Diese soll dann 2019 abgeschlossen sein.

Was passiert mit dem Linde-Treasury?

Die Integration des operativen Geschäfts und der Verwaltungseinheiten dürfte allerdings bis zu drei Jahre dauern. Der Hauptsitz des fusionierten Konzerns wird in Dublin sein. Kernfunktionen der Verwaltung wandern dagegen an den Praxair-Sitz im US-amerikanischen Danbury ab. Abgezogen werden etwa Finanzen, Buchhaltung, Konzernstrategie und Investor Relations, wie die FAZ ohne Nennung von Quellen schreibt. In München verbleiben sollen demnach Steuern, Einkauf, Sicherheit.

Wie es mit der Treasury-Abteilung der Münchener weitergeht, ist unsicher. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass es künftig drei Standorte – Dublin, Danbury und München – in größerem Umfang geben wird. Das Treasury der Linde AG arbeitet im Moment noch von München aus.

Linde-Vorstandschef verlässt das Unternehmen

Neben Schneider soll auch Eduardo F. Menezes dem künftigen Vorstand der Linde AG angehören, er wird für das Gasegeschäft EMEA zuständig sein. Bernd Eulitz, der derzeit das Gasegeschäft EMEA im Vorstand der Linde AG verantwortet, wird Ende Januar den Gasegeschäft Americas sowie den Geschäftsbereich Lincare übernehmen.

Der derzeitige Vorstandsvorsitzende der Linde AG, Aldo Belloni, wird nach Ablauf der sogenannten Hold Separate Order der US-amerikanischen Federal Trade Commission aus dem Vorstand ausscheiden.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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