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11.09.18
Risiko Management

Banken hinken mit Brexit-Umzügen hinterher

Nicht alle Banken werden ihre Geschäfte rechtzeitig zum geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU im März 2019 komplett verlagert haben. Während Mittelständlern bei einem No-Deal-Brexit ein Bankenengpass droht, ergeben sich für Konzern-Treasurer andere Probleme.

Ein Mittelständler aus der bayerischen Provinz will seiner US-Tochter einen unternehmensinternen Kredit zur Verfügung stellen, damit diese ein neues Werk bauen kann. Weil sich das Unternehmen kein FX-Risiko ins Haus holen will, fragt es bei der Bank ein Sicherungsgeschäft an. Doch die winkt ab: geht leider nicht. Man könne derzeit keine Derivatetransaktionen für das Unternehmen durchführen. Grund: der Brexit.

Das Beispiel ist ein Extremszenario. Allerdings warnen Experten, dass es im kommenden April so oder so ähnlich kommen könnte. Denn es zeichnet sich ab, dass nicht alle Banken ihre Geschäfte rechtzeitig zum geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU im März 2019 komplett verlagert haben werden. „Die Wait-and-see-Strategie, die einige Banken verfolgen, rächt sich jetzt“, sagt Michael Huertas, Kapitalmarktrechtler bei der globalen Wirtschaftskanzlei Dentons.

Brexit ohne Deal ist gefährlich für die Banken

Zwar haben sich Brüssel und London auf eine 21-monatige Übergangsfrist geeinigt. Demnach könnten die Banken Geschäfte für EU-Unternehmen bis Ende 2020 weiterhin aus dem Vereinigten Königreich tätigen. Doch die Übergangsfrist wird es nur geben, wenn sich die EU und die britische Regierung auf ein Abkommen verständigen – und das ist alles andere als sicher. 

Brexit: Banken verlagern zu wenig Kapazitäten

Es zeichnet sich ab, dass nicht alle Banken ihre Geschäfte bis März 2019 komplett verlagert haben werden. Während Mittelständlern ein Bankenengpass droht, ergeben sich für Konzern-Treasurer andere Probleme.

 

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Backhaus[at]derTreasurer.de

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