Der Treasury-Systemanbieter Bellin und das britische Fintech Kantox kooperieren im Bereich FX-Management.

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22.01.18
Risiko Management

FX-Management: Bellin kooperiert mit Kantox

Bellin hat eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Fintech Kantox geschlossen. Damit ergänzt der Treasury-Systemanbieter sein Dienstleistungsangebot um Devisenlösungen.

Der Treasury-Softwareanbieter Bellin und der britische Devisenplattformbetreiber Kantox arbeiten ab sofort im Bereich FX-Management und -Hedging zusammen. Das teilte das Unternehmen aus dem badischen Ettenheim am heutigen Montag mit. „Die Zusammenarbeit mit Kantox ergänzt unser Dienstleistungsangebot Treasury as a Service (TaaS) um das FX-Management und -Hedging“, sagt Martin Bellin, Gründer und Geschäftsführer des gleichnamigen Treasury-Softwareanbieters.

Devisenplattformbetreiber Kantox richtet sich an Mittelständler

Kantox ist eigenen Angaben zufolge Europas Nummer eins im Devisenhandel und FX-Hedging für mittelständische Unternehmen. Das 2011 gegründete Fintech arbeitet aktuell mit 2.000 Kunden in 20 Ländern zusammen.

Kantox bietet Treasurern eine Alternative zum Devisenhandel über Banken und Makler in verschiedenen Währungen. Über die Plattform können Treasurer ihre Devisengeschäfte zu Mittelkursen direkt miteinander abwickeln. Falls eine Transaktion nicht direkt gemacht werden kann, springt das britische Fintech ein und schließt das Geschäft auf dem FX-Interbankenmarkt ab. So könnten vor allem Mittelständler bessere Konditionen erzielen, als sie bei traditionellen Devisengeschäften in der Regel bekämen, sagte Kantox-CEO Philippe Gelis 2014 im Interview mit DerTreasurer.

Während Bellin mit der Kooperation vor allem sein Produktangebot erweitern will, dürfte Kantox insbesondere am Zugang zum deutschen Markt interessiert sein. Hier hegt das Fintech bereits seit längerem Wachstumspläne.

Bellin baut personelle Kapazitäten aus

Für Bellin ist die Partnerschaft mit Kantox nicht die erste strategische Kooperation. Der Treasury-Softwareanbieter unterhält bereits Kooperationen in den Niederlanden, Japan und Südafrika. Weitere sollen hinzukommen. Zu diesem Zweck hat sich Bellin im Herbst vergangenen Jahres mit dem früheren Horváth-Berater Axel Goedecke verstärkt. „Das Engagement von Herrn Goedecke bietet uns die Möglichkeit, Partnerschaften noch professioneller zu betreuen“, sagt Martin Bellin auf Anfrage von DerTreasurer. Damit könnten sie ihren Wirkungsgrad voll entfalten und einen Beitrag zum Erschließen neuer Märkte leisten.

Der Treasury-Softwareanbieter Bellin will eigenen Angaben zufolge sein Geschäft insbesondere in den USA und in Asien ausbauen. Um dieses Wachstums auch finanzieren zu können, hatte sich Bellin vor einem Jahr den Karlsruher Private-Equity-Investor LEA Partners als Minderheitsinvestor an Bord geholt.

Paulus[at]derTreasurer.de

Fintechs werden auch für Treasurer immer interessanter. Welche neuen Anbieter es gibt, warum Unternehmen die innovativen Technologien nutzen und wie Banken darauf reagieren, erfahren Sie auf unserer Themenseite Fintechs im Treasury.